Israel

Nachrichten aus Israel: Libanon, Opfer, Kriegsende, Charedim

Der Iran sei am Ende, sagt der US-Präsident. Foto: Flash 90

Libanon
Zwei israelische Soldaten sind am frühen Sonntagmorgen bei einem Angriff der Hisbollah im Südlibanon getötet worden. Dabei handelt es sich um Hauptfeldwebel Maher Khata (38) aus der drusischen Stadt Madschdal Schams und Stabsfeldwebel Or Dimri (20), beide von der Pionier-Division »Galiläa«. Sie wurden beschossen, als sie versuchten, einen Panzer zu bergen, heißt es. Der Vorfall ereignete sich nahe dem Kibbuz Manara im unmittelbaren Grenzgebiet. Dort war ein Panzer während eines Einsatzes stecken geblieben, woraufhin zwei gepanzerte Bulldozer zur Bergung entsandt wurden.

Opfer
Am Montagvormittag wurden zwei Arbeiter auf einer Baustelle in Tel Aviv von Trümmerteilen einer iranischen Rakete getroffen. Einer starb sofort, der andere erlag später seinen schweren Verletzungen. Damit steigt die Zahl der zivilen Todesopfer in Israel auf 14. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Nach ersten Einschätzungen handelte es sich um eine Rakete mit Streumunition, deren Sprengkörper an mehreren Orten niedergingen. Eine Sanitäterin des Rettungsdienstes Magen David Adom sagte dem Fernsehsender Kanal 12: »Unmittelbar nach den Sirenen gingen bei uns mehrere Meldungen über verschiedene Einsatzorte gleichzeitig ein, die wir sofort überprüft haben. An einer Baustelle fanden wir zwei bewusstlose Männer mit schweren Splitterverletzungen.«

Kriegsende
Während hochrangige israelische Quellen kürzlich noch von einem »wochenlangen« Krieg gegen den Iran sprachen, hat US-Präsident Donald Trump nun gegenüber CBS News erklärt, dass der Krieg »so gut wie vorbei« sei. Der Iran habe »keine Marine, keine Kommunikationsmittel, keine Luftwaffe. Ihre Raketen sind fast alle zerstört. Ihre Drohnen werden überall in die Luft gesprengt, einschließlich ihrer Produktionsstätten. (…) Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig«, so Trump. Dem Ausblick auf ein baldiges Ende des Krieges schlossen sich auch Israels Verteidigungsminister Israel Katz und Außenminister Gideon Sa’ar an: »Wir streben keinen endlosen Krieg an«, so Sa’ar. Über den Zeitpunkt, wann die Kriegsziele erreicht seien, werde man sich mit den USA abstimmen

Charedim
Seit anderthalb Jahren drängen die ultraorthodoxen Parteien auf ein Gesetz, das ihre Gemeinschaft generell vom Wehrdienst in der israelischen Armee befreien soll. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die jahrzehntelang geltenden pauschalen Ausnahmen für Vollzeit-Jeschiwa-Studenten für rechtswidrig erklärt hat. Um den aktuellen Haushalt in der Knesset auf jeden Fall durchzubringen, wurde die Änderung nun auf Eis gelegt. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, zunächst solle der Staatshaushalt verabschiedet werden, am Wehrpflichtgesetz arbeite die Regierung »ernsthaft« weiter. Schätzungen zufolge wären derzeit rund 80.000 ultraorthodoxe Männer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren grundsätzlich wehrpflichtig, haben jedoch keinen Dienst angetreten. Während des Krieges in Gaza warnte die Armee wiederholt vor einem erheblichen Personalmangel und erklärte, etwa 12.000 zusätzliche Soldaten zu benötigen.

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Tel Aviv

Gemeinsames Seemanöver Deutschlands und Israels vor Haifa

Ein Schiff der Bundesmarine besucht Haifa, es folgt ein Manöver mit Israel. Die gemeinsame Seefahrt geschieht vor dem Hintergrund einer weiter angespannten Lage in der Region nach dem Iran-Krieg

 25.06.2026

Israel

Ex-Armeechef Eisenkot könnte Netanjahu ablösen

In Umfragen holt seine Partei Jaschar rasant auf und liegt auf dem zweiten Platz hinter Likud

von Sara Lemel  25.06.2026

Knesset

Wahltag mit Fragezeichen

Der 20. Oktober gilt als Favorit für Israels nächste Parlamentswahl. Doch Streit in der Koalition und offene Gesetzesvorhaben könnten den Zeitplan noch verändern

von Sabine Brandes  25.06.2026

Nachruf

Jom-Kippur-Veteran Simcha Applebaum gestorben

Der Holocaust-Überlebende, Reservisten-Oberst und Mitbegründer des Kibbuz Netzer Sereni wurde 99 Jahre alt

 25.06.2026

Humanitäre Hilfe

Wie Israel Venezuela in der Stunde der Not hilft

Die Hilfsorganisation IsraAID macht sich auf den Weg in das lateinamerikanische Land nach den zwei verheerenden Erdbeben vom Mittwochabend

von Sabine Brandes  25.06.2026

Gesellschaft

Erste Hilfe für Plüsch und Seele

Im Norden Israels wurden Kuscheltiere zu Patienten – und Kinder finden zwischen Unsicherheit und Alltag ein Stück Geborgenheit

von Sabine Brandes  25.06.2026

Wettbewerb

Borat und der König vom KitKat

Am Strand von Tel Aviv versammelten sich Doppelgänger des Schauspielers Sacha Baron Cohen

von Sabine Brandes  25.06.2026

Jerusalem

Katz: IDF bleibt im Südlibanon – auch bei möglichem Druck aus Washington

»Die IDF sind vorbereitet … und wir ziehen uns nicht zurück«, sagt der israelische Verteidigungsminister

 25.06.2026