Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOLw

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat seinen Kabinettschef Zvi Agmon entlassen. Dieser werde »sein Amt in den kommenden Tagen mit der Ankunft seines Nachfolgers Ido Norden beenden«, schrieb Netanjahu am Sonntag auf X.

Der israelische Sender »Channel 12« hatte im März von Gesprächen berichtet, in denen Agmon mehrere Abgeordnete der Regierungspartei Likud rassistisch beleidigt und Netanjahu die Eignung als Premierminister abgesprochen haben soll.

Demnach soll Agmon zwei Abgeordnete sephardischer und nahöstlicher Herkunft als »Pavian« beziehungsweise »behinderter Marokkaner« bezeichnet und gesagt haben, es sei »unklar, wie diese Leute in die Knesset gewählt werden«. Zudem habe er Netanjahu nach dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 für »erledigt« erklärt und dessen Rücktritt befürwortet.

Lesen Sie auch

Die Berichterstattung hatte für scharfe Kritik sowohl unter Regierungs- als auch Oppositionspolitikern gesorgt. Agmon bot daraufhin seinen Rücktritt an, den Netanjahu zunächst ablehnte. Der Kabinettschef habe sich entschuldigt, erklärte der Premierminister. Die nun erfolgte Wende ist wahrscheinlich auf die anhaltende Kritik an Agmon zurückzuführen. ja

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026