Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Verteidigungsminister Israel Katz Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat geplante Einsparungen bei Sicherheitsmaßnahmen in Gemeinden an der Grenze zum Gazastreifen gestoppt. Vorausgegangen war heftige Kritik aus den betroffenen Orten sowie von Sicherheitsverantwortlichen.

Wie israelische Medien berichteten, hatte das Heimatfrontkommando zuvor angekündigt, wegen Haushaltsproblemen mehrere Posten nicht länger zu finanzieren. Betroffen gewesen wären unter anderem die Wartung und der Betrieb von Sicherheitsfahrzeugen, Treibstoffkosten sowie die Beleuchtung von Grenzzäunen.

Die Entscheidung löste insbesondere in den Ortschaften nahe Gaza Empörung aus. Vertreter der Gemeinden warnten, die Kürzungen würden die Sicherheit der Bewohner massiv gefährden. Ein Polizeioffizier sagte dem Sender Kanal 12: »Das bedeutet, dass wir alles einstellen – Fahrzeuge, Treibstoff, Beleuchtung und Tore.«

Lesen Sie auch

Der Beamte äußerte sich zudem sarkastisch über die Lage: »Offenbar ist Frieden ausgebrochen, und man hat vergessen, uns darüber zu informieren.« Weiter sagte er: »Hier hat jemand völlig den Bezug zur Realität verloren. Es reichte wohl nicht, dass wir schon einmal im Stich gelassen wurden.«

Unterdessen zeigt eine aktuelle Untersuchung der Tekuma-Behörde, die für den Wiederaufbau der vom Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 betroffenen Region zuständig ist, ein wachsendes Unsicherheitsgefühl unter den Bewohnern. Demnach fühlen sich nur noch 23 Prozent der Befragten im Grenzgebiet sicher oder einigermaßen sicher. 2024, ein Jahr nach den Massakern der Hamas, lag der Wert noch bei 35 Prozent.

Viele Einwohner werfen Regierung und Sicherheitsapparat vor, die Orte vor dem Hamas-Angriff nicht ausreichend geschützt und auch danach nicht genug in ihre Sicherheit investiert zu haben. im

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026