Justiz

Mutmaßlicher Entführer: Chef eines israelischen Sicherheitsunternehmens packt aus

Der Anwalt Ingo Bott, Christina Block und die Anwältin Paula Wlodarek auf dem Weg zum Gericht (Archiv) Foto: picture alliance/dpa

Der Chef eines israelischen Sicherheitsunternehmens, der die Entführung der Block-Kinder laut Staatsanwaltschaft organisiert haben soll, hat im Prozess als Zeuge ausgesagt. Der 68-Jährige schilderte das erste Treffen mit Christina Block in einem italienischen Restaurant in Hamburg im Januar 2023. Dabei habe Block die Situation ihrer Kinder erklärt. »Es war ein ganz emotionales Meeting«, sagte der Zeuge vor dem Landgericht Hamburg nach Angaben einer Übersetzerin.

In Anwesenheit des Anwalts der Block-Familie sei er gebeten worden, einen Plan zu erarbeiten. Er habe Daten sammeln sollen, die im Sorgerechtsstreit helfen könnten, die Kinder zurückzubringen. 

Die Vernehmung des Zeugen wurde dann für eine Mittagspause unterbrochen und sollte anschließend fortgesetzt werden. Seine Aussage war mit großer Verspätung gestartet. Einige Verteidiger hatten zuvor ihrem Ärger darüber Luft gemacht, dass der Zeuge schon zu diesem Zeitpunkt vernommen wird. Sie hätten Audiodateien erst spät bekommen und nicht ausreichend Zeit für die Vorbereitung gehabt, hieß es von mehreren Anwälten.

Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette »Block House«, Eugen Block, bestreitet das.

Der Zeuge wurde bereits durch die Staatsanwaltschaft außerhalb des Prozesses vier Tage lang vernommen. Um den insgesamt sieben Angeklagten Gelegenheit zu geben, die Protokolle der Vernehmung auszuwerten, war der Prozess am 19. November unterbrochen worden. 

Dem als Zeugen geladenen Geschäftsführer einer israelischen Sicherheitsfirma wird vorgeworfen, die Rückholaktion gemeinsam mit weiteren Beschuldigten im Auftrag von Block organisiert und durchgeführt zu haben. Er ist aber in diesem Prozess kein Angeklagter. Für die Vernehmungen in Deutschland bekam er sicheres Geleit. dpa

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