Ehemalige Geiseln

Mehr als ein Happy End – ein Sieg

Matan Zangauker und Ilana Gritzwesky auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv Foto: Flash90

Sie stehen vor einem großen weißen Herz, geschmückt mit roten Rosen. »Will you marry me?« steht darin. »Willst du mich heiraten?« Vor der Installation stehen zwei junge Menschen, gießen Champagner ein und lächeln in die Kamera. Das, was für viele ein selbstverständlicher »nächster Schritt« ist, lag für Matan Zangauker (26) und Ilana Gritzwesky (30) mehr als zwei Jahre lang in völliger Ungewissheit. Sie waren Geiseln der Hamas in Gaza. Jetzt gab das Paar seine Verlobung bekannt.

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Vor dem 7. Oktober 2023 hatten die beiden zusammen in einer kleinen Wohnung im Kibbuz Nir Oz gelebt - zwei ganz normale israelische Zivilisten - als Tausende von Terroristen der Hamas die südlichen Gemeinden Israels überfielen.

Sie wurden getrennt voneinander entführt. Ilana Gritzwesky kam nach 55 Tagen im Rahmen einer vorläufigen Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsvereinbarung nach Hause, doch ihr Liebster blieb in den Tunneln der Hamas gefangen. Sie musste fast zwei Jahre lang warten, bis auch er nach 738 quälenden Tagen endlich in Freiheit war.

Einav Zangauker gibt die Verlobung bekannt

Die Verlobung wurde jetzt mit einem Foto in den sozialen Netzwerken von Matans Mutter Einav Zangauker bekanntgegeben. Sie, die alleinerziehende Mutter, ist durch ihren oft lautstarken Kampf für die Freilassung ihres Sohnes zu einer Berühmtheit in Israel geworden. Stolz postete sie das Foto als Symbol für den Triumph der Liebe über den Horror der Hamas und kommentierte: »Mein Siegerfoto – Matan & Ilana«. Daneben stellte sie ein Herz.

Während der langen Trennung hatte sich auch Gritzewsky leidenschaftlich für Matans Freilassung eingesetzt. Sie demonstrierte wöchentlich an der Seite ihrer zukünftigen Schwiegermutter, teilte bewegende persönliche Berichte über ihre eigenen Erlebnisse und nutzte jede verfügbare Plattform, um sich für die Rückkehr aller Geiseln einzusetzen. Ihre gemeinsame Geschichte, geprägt von Ungewissheit, tiefem Verlust, unermüdlichem Einsatz und unerschütterlicher Liebe, hat viele Menschen in Israel und der ganzen Welt tief berührt.

Einer der denkwürdigsten Momente ereignete sich im vergangenen Sommer während einer Protestaktion auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv, wo Gritzwesky eine symbolische Hochzeit inszenierte, um auf die anhaltende Gefangenschaft ihres Partners aufmerksam zu machen. In einem Brautkleid unter einer Chuppa und mit dem Foto von Matan in der Hand, stand sie neben seiner Mutter, die als Zeichen der Trauer und des Protests einen schwarzen Schleier vor dem Gesicht trug.

Ilana Gritzewsky: »Ich denke immer noch daran, was uns an nur einem Tag alles genommen wurde.«

Sie sprach damals in emotionalen Worten: »Matan. Wärst du nicht entführt worden, hätten wir heiraten können. Ich denke immer noch daran, was uns an nur einem Tag alles genommen wurde. Unsere Welt hat sich verändert, und du wurdest mir entrissen. Du bist nicht hier, um mich zu umarmen, und ich bin nicht hier, um dich zu stärken. Ich kämpfe für dich, bis du zurückkehrst – für dich und alle anderen Geiseln. Wir werden euch lebend zurückbringen, gemeinsam heilen und, so Gott will, gemeinsam unser Zuhause in Israel aufbauen.«

Dass die Verlobung nun tatsächlich stattfand, ist ein Zeichen, dass man sich auf dem Weg der Heilung befindet, obwohl beide weiterhin Rehabilitationsmaßnahmen absolvieren und sich immer noch an einen normalen Alltag gewöhnen müssen.

Der israelische Präsident gratuliert den beiden

Umso mehr hat die Entscheidung dieser jungen unschuldigen Menschen, die von einer Terrororganisation verschleppt wurden, symbolische Bedeutung für das ganze Land. Denn für viele Israelis ist das Schicksal von Matan Zangauker und Ilana Gritzwesky mehr als eine Geschichte mit Happy End.

Wie der israelische Präsident Isaac Herzog anschließend dazu schrieb: »Aus unvorstellbarem Schmerz habt ihr Leben, Liebe und Hoffnung gewählt. Eure Entscheidung, ein gemeinsames Leben aufzubauen, ist ein Moment des tiefen Lichts für das israelische Volk.« Oder wie Mutter und Schwiegermutter Einav Zangauker sagt: »Das ist mein Bild des Sieges.«

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