Israel

Kurz gemeldet

Or Sasson (l.) holte im Judo gegen den Ägypter Islam El Shehaby für Israel die Bronzemedaille. Foto: dpa

Budget
Der israelische Haushalt für 2017/18 ist durch. Am vergangenen Freitag nahm das Kabinett nach einer nächtlichen Diskussion den Vorschlag des Finanzministeriums an. Die Kürzungen für die zwei Jahre werden massiv sein. Während in 2015 für das Folgejahr zwei Millionen Schekel gestrichen wurden, sind es im nächsten doppelt so viel (umgerechnet etwas weniger als eine Milliarde Euro). Finanzminister Mosche Kahlons Idee, Eigentümer von drei oder mehr Wohnungseinheiten zu besteuern, wurde ebenfalls abgenickt. Das Umweltministerium erhält ein besonderes Budget, um im Sinne des Umweltschutzes 80.000 alte Diesel-Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.

Medaillen
Während das israelische Team in der letzten Woche zwei Bronzemedaillen nach Hause brachte – Yarden Gerbi und Or Sasson holten die Auszeichnungen im Judo –, kam die große Hoffnung im Windsurfen, Maayan Davidovich, nur auf den neunten Platz. Ihr Trainer Gal Friedman war 2004 Israels erster Goldmedaillengewinner in derselben Disziplin gewesen. Das Match von Or Sasson endete mit einem Eklat. Nachdem Sasson den Ägypter Islam El Shehaby bezwungen hatte, bot er ihm die Hand, wie im Judo üblich. Doch der verweigerte sowohl Handschlag als auch die traditionelle Verbeugung. Für diese unsportliche Geste wurde der Ägypter vom Publikum ausgebuht und von den Schiedsrichtern gescholten. Angeblich war er zuvor in den sozialen Netzwerken unter Druck gesetzt worden, nicht gegen einen Israeli anzutreten. Nach dem Eklat gab El Shehaby an, sich generell aus dem Sport zurückzuziehen. Sasson indes sagte, Politik habe auf der Matte nichts zu suchen. Er freue sich uneingeschränkt über seinen Erfolg und widmete die Medaille »allen Israelis«.

Verbot
Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat angeordnet, dass Soldaten der israelischen Armee sich nicht mehr um Kinder von Asylbewerbern kümmern dürfen. Einige IDF-Angehörige hatten freiwillig Aktivitäten für die afrikanischen Kinder im Süden von Tel Aviv organisiert, etwa einen Spaßtag in Zusammenarbeit mit der multikulturellen Schule Bialik-Rogozin in dem Viertel. Doch Anwohner hatten sich bei dem Minister beschwert, der daraufhin erklärte, dass »freiwillige Hilfe zu Hause beginnt. Soldaten, die über Zeit verfügen, sollten lieber Holocaust-Überlebenden oder anderen Bedürftigen helfen«. Viele Oppositionspolitiker kritisierten die Äußerung Liebermans scharf. Schelly Jachimowitsch von der Arbeitspartei nannte sie amoralisch und unjüdisch. Die Terminologie des Verteidigungsministers sei gefährlich, rassistisch und schade der Armee. Auch der Staatspräsident erklärte, er wisse nicht, was sündhaft daran sei, wenn Soldaten armen Kindern helfen.

Abriss
Der grauenvolle Mord an der 13-jährige Hallel Yaffa Ariel schockierte ganz Israel. Das Mädchen war am 30. Juni schlafend in ihrem Bett in der jüdischen Siedlung Kiriat Arba von einem 17-jährigen palästinensischen Terroristen erstochen worden. Jetzt zerstörte die Armee als Vergeltungsmaßnahme das Haus der Familie von Muhammad Tarayrah in dem Dorf Bani Naim. Die umstrittenen Demolierungen der Häuser der Familien von Terroristen sollen als Abschreckung dienen.

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026