Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2026

Das israelische Justizministerium hat ein Gutachten zum Gnadengesuch des wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu fertiggestellt. Das von der zuständigen Abteilung erstellte Dokument sei an Kulturerbeminister Amichai Elijahu übermittelt worden, teilte das Justizministerium mit, ohne Details zum Inhalt des Gutachtens zu nennen. 

Minister Elijahu muss es nun an den Staatspräsidenten Isaac Herzog weiterleiten, der die Entscheidung über das Gnadengesuch treffen muss. Wann dies genau geschehen wird, ist unklar. Der eigentlich für den Zwischenschritt zuständige Justizminister Jariv Levin hatte sich wegen seiner Nähe zu Netanjahu wegen Befangenheit zurückgezogen. 

Netanjahu hatte das Gnadengesuch im November in einem offiziellen Schreiben an Präsident Herzog übermittelt. In dem Brief Netanjahus hieß es, der Prozess gegen ihn sei zu einem »Brennpunkt heftiger Auseinandersetzungen« in Israel geworden. Eine Beendigung des Prozesses könne zur Entspannung beitragen. Der Regierungschef verwies dabei auch auf die »sicherheitspolitischen Herausforderungen und politischen Chancen, denen der Staat Israel derzeit gegenübersteht«. 

Lesen Sie auch

Korruptionsprozess spaltet Israel

Gegen den Regierungschef läuft seit fast sechs Jahren ein Korruptionsprozess. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Netanjahu beteuert seine Unschuld und hat immer wieder von einer »Hexenjagd« gesprochen.

In Israel hatte es vor dem Hintergrund der schweren politischen Verwerfungen im Land immer wieder Debatten um eine Begnadigung Netanjahus gegeben. Herzog hatte in der Vergangenheit gesagt, kein Mensch stehe über dem Gesetz, er behalte sich aber vor, in der Frage nach seinem Gewissen zu handeln.

US-Präsident Donald Trump hatte Herzog mehrfach dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen und ihn dabei auch massiv persönlich attackiert und beleidigt. Zuletzt bezeichnete er Herzog sogar als »Schande«, weil er Netanjahu noch nicht begnadigt habe. Das Büro des israelischen Präsidenten betonte Israels Rechtsstaatlichkeit und Souveränität. dpa

Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben ein statistisches Analysewerkzeug entwickelt, das anhand von Molekülmustern erkennt, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind

 15.06.2026

Tel Aviv

Naftali Bennett: »Netanjahu kann es einfach nicht mehr«

»Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren«, sagt der Kandidat der Partei »Zusammen«

 15.06.2026

Kommentar

Die Welt atmet auf, viele Juden tun es nicht

Weder Hamas noch Hisbollah sind verschwunden. Das iranische Regime sitzt weiterhin in Teheran, mit derselben Ideologie, die den 7. Oktober verursacht hat

von Guy Katz  15.06.2026

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Palästinensische Gebiete

Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für 2027 an

Es wären die ersten seit 20 Jahren

 14.06.2026

Libanon

Israel beschießt Hisbollah in Beiruter Vororten

Nachdem die Terror-Miliz den Norden Israels mit Drohnen angegriffen hat, reagiert die israelische Armee

 14.06.2026

Nahost

Hisbollah beschießt Israel mit Sprengstoff-Drohnen

Nach Drohnenangriffen der Hisbollah auf Israels Norden fordert Finanzminister Smotrich eine härtere Reaktion. Wird Israel jetzt wieder die Vororte Beiruts angreifen?

 14.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  12.06.2026