Westjordanland

Jüdische Siedler zünden Moschee an

Radikale israelische Siedler haben im Westjordanland israelischen Berichten zufolge eine Moschee in Brand gesetzt. Sie hätten am frühen Morgen außerdem rassistische Parolen an die Wände des Gotteshauses gesprüht, meldete mehrere israelische Medien. Den Berichten zufolge hätten die Schmierereien hebräischer Sprache unter anderem den Propheten Mohammed beleidigt. Außerdem sollen die Angreifer »Wir haben keine Angst« und »Wir werden wieder Rache nehmen« an die Fassade des Gotteshauses geschrieben haben.

Israels Armee teilte auf Anfrage mit, sie gehe den Vorwürfen nach. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. In palästinensischen und israelischen Medien verbreitete Aufnahmen sollen Schäden in dem Gotteshaus in einem palästinensischen Dorf im Nordwesten des Westjordanlands zeigen. 

Der Angriff auf die Moschee erfolgte kurz nach dem Israels Staatspräsident Isaac Herzog und hochrangige Vertreter des Militärs die jüngsten Übergriffe der Siedler vom Dienstag verurteilt hatten. Präsident Herzog nannte die Brandstiftungen gegen Autos und ein Fabrikgebäude »schockierend und schwerwiegend«. Armeechef Eyal Zamir sagte, die Angreifer hätten eine rote Linie überschritten und kündigte an, die Straftäter zu verfolgen.

Generalmajor Avi Bluth, der das Kommando über die israelischen Truppen im Westjordanland führt, forderte Soldaten zum Handeln auf: »Der Befehl für IDF-Soldaten ist klar. Schaut nicht zu und tut alles in eurer Macht Stehende, um nationalistische Verbrechen zu verhindern.«

Lesen Sie auch

Die jüngsten Ausbrüche von Siedlergewalt veranlassten sogar US-Außenminister Marco Rubio zu der Sorge, sie könnten auch die Waffenruhe im Gazastreifen gefährden. »Es gibt sicher einige Sorge, dass die Ereignisse im Westjordanland überschwappen und einen Effekt schaffen könnten, der untergräbt, was wir in Gaza tun«, so der US-Außenminister. Er lobte Präsident Herzog und die IDF-Vertreter für ihre klaren Verurteilungen der Gewalt.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker im Oktober 2023 in Israel kommt es im Westjordanland verstärkt zu Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser. Der israelischen Armee wird immer wieder vorgeworfen, sie gehe nicht entschlossen genug gegen solche Angreifer vor. dpa/ja

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Benjamin Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026