Libanon

Israel stellt sich auf mehr Angriffe der Hisbollah ein

Archivbild: Brände in der Nähe der nördlichen Stadt Kiriat Schmona nach einem Angriff 2024. Seit dem 8. Oktober 2023 wird die Stadt im Norden israels immer wieder Ziel von Hisbollah-Raketen. Foto: Flash90

Die israelische Armee bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen möglichen stärkeren Raketenbeschuss der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden des Landes vor. Die Armee begründete dies auf Telegram mit einer Ausweitung ihres Militäreinsatzes im Südlibanon.

Im grenznahen Bereich zum Libanon gab es mehrfach Raketenalarm. In der Nacht zum Samstag hatte die Hisbollah-Miliz laut Angaben der israelischen Armee etwa 10 bis 15 Raketen in vier Wellen auf den Norden Israels abgefeuert. Allein zehn Geschosse waren nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung »Haaretz« unter Berufung auf Kommunalbehörden auf die grenznahe Stadt Kiriat Schmona gerichtet. Die israelische Luftabwehr fing neun Raketen ab. Ein Projektil schlug im Stadtzentrum ein und verursachte Sachschäden. Es gab keine Verletzten.

Am Sonntag, welcher in Israel der erste Tag der Arbeitswoche ist, blieben tausende Kinder zu Hause. Die Schulen an der Nordgrenze sind aufgrund der Angriffe geschlossen.

Israel fordert zur Evakuierung von zehn Dörfern im Libanon auf

Im Gegenzug rief die israelische Armee die Bewohner von zehn Dörfern im Libanon zur Evakuierung auf. Ein Armeesprecher begründete dies mit anhaltenden Verstößen der Hisbollah gegen die vereinbarte Waffenruhe. 

Arabische Fernsehsender berichteten außerdem von israelischen Luftangriffen auf Ziele in der libanesischen Stadt Nabatija und deren Umgebung. Dabei sollen nach Angaben des libanesischen Fernsehsenders LBC mindestens drei Menschen getötet worden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es bislang nicht. 

Zwischen Israel und der Hisbollah gilt seit April eigentlich eine Waffenruhe, deren Bestimmungen von beiden Parteien fortlaufend verletzt werden. Israels Ministerpräsident hatte zuletzt erklärt, die Armee werde mit aller Härte gegen die Hisbollah vorgehen und ihre Angriffe ausweiten.

Die USA hatten die Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah vermittelt. Die vom Iran unterstützte Miliz lehnt Verhandlungen mit Israel ab. Derweil führten Militärdelegationen Israels und des Libanons im Pentagon »produktive« Gespräche, die kommende Woche auf politischer Ebene weitergeführt werden sollen, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, auf X mitteilte. dpa

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