Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Blick auf die Zeltstadt entlang der Küste von Gaza-Stadt (24. August 2025) Foto: picture alliance / Anadolu

Die israelischen Streitkräfte bereiten sich nach Angaben eines israelischen Regierungsvertreters und eines arabischen Diplomaten auf eine erneute großangelegte Militäroperation im Gazastreifen vor. Wie die »Times of Israel« berichtet, sehen entsprechende Planungen einen Beginn im März vor. Kernstück wäre ein Vorstoß gegen Gaza-Stadt mit dem Ziel, die sogenannte Yellow Line – die Waffenstillstandslinie – weiter in Richtung Mittelmeerküste zu verschieben und damit den von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens auszuweiten.

Der arabische Diplomat machte deutlich, dass ein solcher Einsatz ohne Rückendeckung der USA kaum umsetzbar sei. Washington versuche weiterhin, den im Oktober vereinbarten, fragilen Waffenstillstand in eine zweite Phase zu überführen, die auch die Entwaffnung der Hamas umfassen soll. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe sich bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zwar grundsätzlich zur Zusammenarbeit bereit erklärt, glaube jedoch nicht an einen Erfolg dieser Bemühungen. Vor diesem Hintergrund habe er die israelische Armee (IDF) angewiesen, einen militärischen Alternativplan auszuarbeiten.

Am ersten Tag der Waffenruhe, dem 10. Oktober, hatte sich die israelische Armee auf die Yellow Line zurückgezogen und damit rund 53 Prozent des Gazastreifens unter Kontrolle behalten. Eine Offensive auf Gaza-Stadt würde diesen Anteil weiter erhöhen, so die Quellen. Einzelheiten zu den Planungen waren zuvor bereits im »Wall Street Journal« angedeutet worden.

Erneute Offensive gegen Hamas einfacher als zuvor

Erez Winner vom Israel Centre for Grand Strategy erklärte dort, ein erneuter Feldzug gegen die Hamas sei nun einfacher als zuvor. Da alle lebenden Geiseln sowie fast alle sterblichen Überreste zurückgeführt worden seien, bestehe kein Risiko mehr, Geiseln zu gefährden. Zudem lasse sich die Evakuierung der palästinensischen Bevölkerung leichter organisieren, da viele Menschen derzeit in Zelten lebten. Eine Option sei, sie in den von Israel kontrollierten Teil des Gebiets zu verlegen. »Das wird viel schneller und einfacher sein, als viele glauben«, sagte Winner. Es gehe darum, bestehende Pläne an die aktuelle Lage anzupassen.

Als mögliche Szenarien werden sowohl eine schnelle Übernahme von Gaza-Stadt zur Erzwingung einer Kapitulation der Hamas als auch ein schrittweises Vorgehen zur vollständigen Kontrolle des Küstenstreifens genannt.

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Bewaffnete überschritten Waffenstillstandslinie

Ungeachtet der Waffenruhe meldete die IDF zuletzt weitere tödliche Zwischenfälle. Seit Inkrafttreten des Abkommens greife die Armee nach eigenen Angaben regelmäßig Hamas-Kämpfer an, die gegen die Vereinbarungen verstoßen. Am Samstag teilte das Militär mit, drei Bewaffnete seien in getrennten Vorfällen getötet worden, nachdem sie die Yellow Line überschritten und sich israelischen Truppen genähert hätten.

Im Süden des Gazastreifens identifizierten Soldaten der 188. Panzerbrigade drei Verdächtige, von denen einer versucht haben soll, Ausrüstung der IDF zu stehlen. Er wurde später bei einem Luftangriff auf der von der Hamas kontrollierten Seite der Linie getötet. In zwei weiteren Vorfällen im Norden erschossen Einheiten der Nordbrigade der Gaza-Division und der Jerusalemer Brigade zwei weitere Personen, die ebenfalls die Linie überschritten hatten.

Die IDF betonte, ihre Kräfte des Südkommandos seien weiterhin gemäß den geltenden Waffenstillstandsbedingungen im Einsatz und würden entschlossen gegen jede unmittelbare Bedrohung vorgehen. ja

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