Israel

Israel plant strengere Regeln für jüdische Zuwanderung

Olim(Einwanderer nach Israel) bei der Ankunft am Flughafen Tel Aviv Foto: IMAGO/Newscom World

Wird Israel bald das Recht auf Alija einschränken?

Medienberichten zufolge hat sich die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu darauf verständigt, dass künftig Personen, die nur ein jüdisches Großelternteil haben, das Recht auf Einwanderung verweigert werden soll. Der Vorschlag kursierte bereits vor zwei Jahren und ist in der Koalitionsvereinbarung der Rechtsregierung enthalten.

Das israelische Rückkehrgesetz von 1950 gewährt jedem Juden aus aller Welt das automatische Recht, in den jüdischen Staat einzuwandern. Allerdings ist fast genauso lange schon umstritten, wer als Jude im Sinne des Gesetzes gilt. 1970 wurden die Kriterien erweitert, um auch Enkelkindern von Juden die Einwanderung zu ermöglichen, selbst wenn sie selbst nicht jüdisch sind, sowie ihren nichtjüdischen Ehepartnern.

Eine erneute Änderung, wie sie von den rechten Koalitionsparteien gefordert wird, würde vor allem Einwanderer aus den Staaten Osteuropas betreffen, von denen viele zumindest nach halachischen Maßstäben nichtjüdisch sind. Dieses Thema spielte auch in der Parlamentsdebatte eine Rolle.

Uri Maklev von der rechtsreligiösen Partei Vereinigtes Torah-Judentum betonte, das Gesetz mache Betrug einfach. »Es könnte jemand geben, der jeden Sonntag mit seinen Eltern in die Kirche geht und dann kommt und sagt, er wolle als Jude einreisen.«

Auch Avi Maoz von der Partei Noam fordert eine Einschränkung der Zuwanderungsregeln. Die Aufhebung der Enkelklausel würde seiner Ansicht nach »eine der größten Absurditäten im israelischen Gesetzbuch beseitigen, dass nämlich das eindeutigeste jüdische Gesetz Nichtjuden pauschal die Einreise in das Land erlaubt«, schrieb er.

Der ehemalige Außenminister Avigdor Lieberman konterte mit dem Hinweis, dass die zahlreichen russischstämmigen Einwanderer in Israels Armee dienten, während viele Ultraorthodoxe sich um den Wehrdienst drücken würden.

Knapp drei Viertel von Israels zehn Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge jüdisch, wobei hier auch jene mitgezählt werden, die keine jüdische Mutter haben. mth

Mittelmeer

Israel stoppt Gaza-Flottille auf hoher See

Die 175 Aktivisten an Bord der »Gaza Sumad Flotilla« wurden festgenommen und werden nun nach Israel gebracht

 30.04.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Washington D.C.

US-Regierung wirft PA fortgesetzte Zahlungen von Terror-Renten vor

Im vergangenen Jahr hat die Autonomiebehörde nach amerikanischen Angaben 156 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) an Terroristen ausgezahlt

 30.04.2026

Sabine Brandes

Unsicherheitsminister Itamar Ben-Gvir

Dass ein solcher Extremist die innere Sicherheit Israels verantwortet, ist ein Offenbarungseid

 30.04.2026

Gaza

Die Hamas rüstet wieder auf

Die Terrororganisation festigt ihre Macht und nutzt die Ablenkung durch den Iran-Krieg, um sich auch militärisch neu aufzustellen

von Sabine Brandes  30.04.2026

Studie

Lebenshaltungskosten in Israel übertreffen selbst wohlhabende EU-Staaten deutlich

Das Preisniveau drückt den Lebensstandard im Land und könnte langfristig sogar Auswanderung begünstigen

 30.04.2026

Nahost

Israel zerstört größten bekannten Terror-Tunnel im Süden des Libanon

Die Explosion war in weiten Teilen der Grenzregion bis in die Golanhöhen zu hören

 30.04.2026

Glosse

Tipps und Tricks für Judenhasser

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Eine Handreichung

von Daniel Neumann  30.04.2026

Nord-Israel

Generalstabschef: »An der Front gibt es keine Waffenruhe«

»Ihr kämpft weiter, um direkte und indirekte Bedrohungen für die nördlichen Gemeinden zu beseitigen«, sagt Eyal Zamir beteiligten Soldaten

 30.04.2026