Geiseldeal

Israel: Hamas könnte zehn Geisel-Leichname übergeben

Ein Hamas-Terrorist überwacht am 13. Oktober die Übergabe von Geiseln in das Rote Kreuz. Foto: picture alliance / SIPA

Israels Sicherheitskreise gehen nach Informationen des Senders KAN davon aus, dass die Hamas ohne zusätzliche Hilfe in der Lage ist, mindestens zehn der noch im Gazastreifen befindlichen getöteten Geiseln zu finden und zu übergeben. Diese Einschätzung wurde US-Vizepräsident J.D. Vance bei seinem Besuch in Tel Aviv von Spitzenvertretern des Verteidigungsministeriums und des Militärgeheimdienstes vorgelegt, berichtet der Sender »KAN«.

Laut der Lageanalyse nutzt die Hamas die andauernde Waffenruhe gezielt zur Regeneration: Tunnelanlagen würden repariert, verwundete und getötete Kämpfer geborgen, Waffen instand gesetzt und neue Rekruten angeworben. Die israelischen Geheimdienste werten das als klare Indizien dafür, dass die Organisation nicht die Absicht hat, sich zu entwaffnen oder die Kontrolle über den Gazastreifen aufzugeben.

Die Militärgeheimdienste sind dem »KAN«-Bericht zufolge überzeugt, dass sich in den nächsten Tagen – womöglich noch am Wochenende – weitere Überstellungen toter Geiseln an Israel ereignen könnten, weil die Hamas die entsprechenden Leichenstandorte bereits kennt und erreichen kann. Bei der jüngsten Übergabe in der Nacht auf Mittwoch wurden bereits die sterblichen Überreste von zwei Opfern aus Nir Oz nach Israel gebracht. Nach offiziellen Angaben sind derzeit noch 13 Verstorbene in Gaza in Hamas-Hand.

Druck der Amerikaner

Aus israelischer Sicht ist genau dieses Verhalten der zentrale Streitpunkt mit den Vermittlern: Jerusalem verlangt, dass die Hamas ihre Verpflichtungen erfüllt — insbesondere die vollständige Rückgabe aller Überreste und die Demilitarisierung — bevor die zweite Phase des Trump-Plans vorangetrieben wird. Äußert kurz fasste Vance seine Visite zusammen: »Es war ein sehr produktiver Besuch. Ziel war es, die Lage vor Ort zu verstehen und wie man Frieden dauerhaft sichern kann.«

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Washington übt laut israelischen Medienberichten erheblichen Druck auf Jerusalem aus, die Vereinbarungen nicht zu gefährden und den Wiederaufbau im Gazastreifen zu ermöglichen. Nach der Visite Vances traf am Donnerstag US-Außenminister Marco Rubio in Israel ein. Weitere hochrangige Vertreter der US-Regierung wurden für die kommenden Tage angekündigt.

Ein ranghoher US-Beamter warnte gegenüber der Zeitung »Haaretz«, Israel solle »aufhören, dumme Schritte zu unternehmen, die das Abkommen und einen möglichen regionalen Durchbruch gefährden könnten«. Es handelt sich um eine Anspielung auf innenpolitische Initiativen in Israel, darunter das gestrige Votum der Knesset in Zusammenhang mit einer Annexion des Westjordanlandes.

Die israelische Führung wiederum betonte gegenüber Vance, dass sich eine Ausweitung der internationalen Aktivitäten — etwa die Einführung einer internationalen Stabilisierungstruppe — nur dann glaubwürdig umsetzen lasse, wenn zuvor die in der Vereinbarung verlangten Sicherheits- und Entwaffnungsmaßnahmen greifen. Bislang, so die gemeinsame Einschätzung der Militärs, habe die Hamas die Waffenruhe vor allem genutzt, um ihre Kampffähigkeit wiederherzustellen. im

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