Krieg gegen Iran

Israel fliegt neue Angriffe in Teheran und Beirut

Iranische Rettungskräfte in Teheran nach einem israelischen Luftangriff Foto: picture alliance / newscom

Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Wellen neuer Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen »Terrorregimes« attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht. 

Der Iran wiederum griff in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Saudi-Arabien an. Auch in Israel ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben. 

Die USA und Israel führen seit mehr als zwei Wochen Krieg gegen den Iran und haben in dem Land bereits Tausende Ziele aus der Luft angegriffen. Der Iran greift im Gegenzug sowohl Israel als auch mit den USA verbündete Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an. 

Israel verstärkt Vorgehen gegen Hisbollah-Ziele

Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische Terror-Miliz Hisbollah im nördlichen Nachbarland Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus dem Libanon und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden. 

Ein Militärsprecher kündigte am Montagabend an, den Einsatz von Bodentruppen im Südlibanon auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon besteht die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des Landes.

Bundesregierung warnt vor Bodenoffensive 

Mehrere Staaten, darunter Deutschland, warnten Israel vor einer großen Bodenoffensive. »Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen«, teilten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs in einer Erklärung mit. »Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage im Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äußerst alarmierend.«

Durch die jüngste Eskalation des Konflikts sind im Libanon offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Damit ist jeder sechste Libanese betroffen. Rund 130.000 Menschen seien in Notunterkünften untergekommen, teilte die Katastrophenschutzeinheit mit. 

Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in ihrer Erklärung die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen. »Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und ihre gezielten Angriffe auf die Zivilbevölkerung müssen aufhören, die Hisbollah muss ihre Waffen niederlegen.« 

Neue iranische Angriffe auf Ziele in Golfstaaten

Der Iran griff in der Nacht auch erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien an. Die Emirate schlossen wegen laufender Angriffe kurzzeitig ihren Luftraum. 

Die Behörden in Dubai erklärten, dass es sich bei dem Lärm, der in verschiedenen Stadtgebieten zu hören sei, um Abfangeinsätze der Luftabwehr handle. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien teilte mit, im Osten des Landes seien mehrere Drohnen abgefangen worden. Im Irak gab es unbestätigten Medienberichten zufolge neue Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad und einen US-Stützpunkt in der Nähe des Flughafens. 

Das Militär in Katar wehrte am Morgen einen Raketenangriff ab, wie das Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Trümmerteile einer abgewehrten Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, wie das Innenministerium mitteilte. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden zunächst nicht genannt. Erst am Montag hatte der Iran Katar mit 14 ballistischen Raketen und mehreren Drohnen angegriffen. 

Lesen Sie auch

Angriff auf Tanker im Golf von Oman

Unterdessen meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt, ein Tanker sei vor der Küste des Emirats Fudschaira im Golf von Oman von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Es sei niemand verletzt worden. Das Schiff habe gut 40 Kilometer vor der Küste vor Anker gelegen, hieß es. 

Das kleine Emirat Fudschaira, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, liegt südlich der Straße von Hormus – einer strategisch bedeutsamen Meerenge, die den Zugang zum Persischen Golf bildet. dpa/ja

Nordrhein-Westfalen

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Am Donnerstagnachmittag entzündete ein Mann einen Brandansatz an einem Nebeneingang des Gotteshauses. Was bislang bekannt ist

 17.09.2026

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Heikle Bergung eines 2000 Jahre alten Ritualbads in Israel

Mit Spezialkran und viel Fingerspitzengefühl: In Israel wird eine 25 Tonnen schwere Mikwe aus der Erde gehoben. Stahlträger halten das antike Bauwerk zusammen – die heikle Bergung gelingt unbeschadet

 17.09.2026

Nachrichten

Nachteulen, Gedenken, Tierschutz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  17.09.2026

Eklat

Kampfpilot weist Vorwürfe von »Naza« zurück

Ein ehemaliger Kommandeur einer Luftwaffenbasis widerspricht der Darstellung, die Armee nehme den Tod von Zivilisten bewusst in Kauf. Zugleich verteidigt er die kritische Auseinandersetzung mit dem Militär

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Schwitziges Date

Beim alljährlichen »Singles Run« laufen Tausende der großen Liebe hinterher

von Sabine Brandes  17.09.2026

Jerusalem

Netanjahu strebt Gesetzesänderung an

Der Ministerpräsident reagiert damit auf die Diskussion um den Dokumentarfilm »Naza«. Über dessen Macher Yuval Abraham und Rachel Szor sagt der Regierungschef: »Ihr Platz ist nicht hier.«

 17.09.2026

New York/Tel Aviv/Rabat

Israel und Marokko wollen Beziehungen weiter aufwerten

Im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen begann Marokko 2020, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Nun einigen sich die Außenminister beider Länder auf die Umsetzung konkreter Schritte

 17.09.2026