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Unvergessen: die Sängerin Ofra Haza Foto: imago images/United Archives

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Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.01.2023 17:42 Uhr

Hits
Die israelische Sängerin Ofra Haza gehört laut einer vom Magazin »Rolling Stone« veröffentlichten Liste zu den 200 wichtigsten Sängern aller Zeiten. Haza schaffte es auf Nummer 186 im Ranking. Auf dem Top-Platz landete Aretha Franklin. »Haza kombinierte, inspiriert von ihrer jemenitisch-jüdischen Abstammung, traditionelle Gesangskonventionen mit moderner Technik, um etwas zu schaffen, das sich gleichzeitig uralt und seiner Zeit voraus anfühlt«, heißt es in der Begründung. Ihr Hit »Im Nin’alu« von 1984 reiße den Zuhörer mit dem ausdrucksstarken, flatternden Mezzosopran mit. Haza wurde 1957 in Tel Aviv geboren. Sie war bekannt für ihre Mischung aus Nahostliedern und Pop-Techniken, die ihr Gold- und Platinplatten einbrachte. Sie starb 2000 an den Folgen einer AIDS-Infektion.

Rabbiner
Der Rabbiner Chaim Druckman, spiritueller Begründer des religiösen Zionismus, Politiker und Erzieher, ist am 25. Dezember gestorben. Er wurde 90 Jahre alt. Sein Tod wurde vom Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem bestätigt. Druckman war ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er sich zum zweiten Mal mit Covid-19 infiziert hatte. Der Rabbi, der als Kind dem Holocaust entkam und 1944 in das britische Mandatsgebiet Palästina einwanderte, sagte einmal in einem Interview, dass er am liebsten als Pädagoge in Erinnerung bleiben würde. »Er war ein geliebter persönlicher Freund, der mir sehr am Herzen lag«, so Premierminister Benjamin Netanjahu bei der Beerdigung.

energie
Die Bar-Ilan-Universität und das Technion in Haifa haben eine Ausschreibung des israelischen Energieministeriums zur Gründung eines nationalen Forschungsinstituts im Bereich der Energiespeicherung gewonnen. Ziel des Instituts ist es, im Hinblick auf nationale strategische Herausforderungen den israelischen Energiesektor innovativer zu gestalten. Es sollen dabei Experten auf dem Gebiet ausgebildet und neu entwickelte Technologien aus dem akademischen Umfeld in die Industrie geleitet werden. Das Institut wird zunächst für fünf Jahre mit einem Budget von rund 35 Millionen Euro eingerichtet.

Steuer
In seiner ersten Amtshandlung hat Finanzminister Bezalel Smotrich von der Partei Religiöser Zionismus seine Beamten angewiesen, die von seinem Vorgänger Avigdor Lieberman eingeführten Steuererhöhungen für Einweg-Plastikartikel und gesüßte Getränke zurückzunehmen. Ultraorthodoxe Israelis empfanden die Steuererhöhungen, die Gesundheits- und Umweltschäden verringern sollten, als besonders gegen sie gerichtet, da sie diese Waren regelmäßig konsumieren. Die ehemalige Umweltschutzministerin Tamar Zandberg (Meretz) wirft der neuen Regierung nun vor, »zuzulassen, dass kleinliche Politik Umwelt und Gesundheit zerstört«. Die israelische Ärztevereinigung bezeichnete indes die Rücknahme der Steuererhöhungen als eine »Gefahr für die Gesundheit – auch die der Ultraorthodoxen«.

Schließung
Israels Eisenbahngesellschaft kündigte an, dass sie an den Wochenenden eine Vielzahl von Bahnhöfen im ganzen Land schließen und Änderungen am Zugfahrplan vornehmen werde. Nach Angaben des staatlichen Unternehmens Israel Railways liege der Grund für den Wechsel in einem Mangel an Sicherheitspersonal, das an den Wochenenden für Arbeiten zur Verfügung stehe. Verantwortliche gaben keinen Zeitrahmen für die Änderungen an. Die betroffenen Bahnhöfe hätten, so versichert die Gesellschaft, die geringste Anzahl von Passagieren und befänden sich in der Nähe von anderen, verkehrsreicheren Bahnhöfen, allerdings seien diese nicht so nah, dass Passagiere sie zu Fuß erreichen könnten.

Zahlen
Laut einem am Wochenbeginn veröffentlichten statistischen Bericht des Israel Democracy Institute beträgt die ultraorthodoxe Bevölkerung Israels zum Beginn des Jahres 2023 1,28 Millionen oder 13,5 Prozent der 9,45 Millionen Israelis. Die Angaben zeigen, dass die Charedim mit einer Wachstumsrate von vier Prozent die am schnellsten wachsende Einwohnergruppe des Landes sind. Bis zum Ende des Jahrzehnts werden sie 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Mehr als 40 Prozent leben in Jerusalem und Bnei Brak. Die Armutsquote unter Ultraorthodoxen ist mit fast der Hälfte doppelt so hoch wie die der allgemeinen Bevölkerung. Obwohl sie weit hinter anderen Israelis zurückbleiben, nutzen sie zunehmend das Internet, so der Bericht, vor allem aufgrund der Pandemie.

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