Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Im Südlibanon steigt nach israelischem Raketenbeschuss Rauch auf Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Trotz des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran über ein Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten dauern die Gefechte zwischen israelischer Armee und der Hisbollah im Südlibanon an. Gestern Nachmittag wurde ein israelischer Reservist durch einen Sprengsatz der Terrororganisation getötet. Sieben weitere Soldaten wurden verletzt, darunter auch hochrangige Offiziere, teilte das Militär mit.

Nach dem Vorfall beschoss die israelische Armee nach eigenen Angaben Hisbollah-Infrastruktur in dem Gebiet mit Artillerie. Am Donnerstagmorgen berichteten libanesische Medien von einem Toten und einem Schwerverletzten bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon.

Streit um die Zukunft des Südlibanons

Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran verschärft sich die Debatte über die Zukunft des Südlibanons. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte, ein fortgesetzter israelischer Truppenaufenthalt im Südlibanon würde die Grundlage des mit den USA geschlossenen Abkommens untergraben.

Der Iran verlangt, dass eine endgültige Vereinbarung nur zustande kommen kann, wenn die Angriffe vollständig eingestellt werden und Israel sich vollständig aus libanesischem Gebiet zurückzieht.

Gleichzeitig macht Israel deutlich, dass es an seiner Sicherheitsposition festhält. Ein hochrangiger Vertrauter von Premierminister Benjamin Netanyahu sagte gegenüber Reuters, Israel führe »hartnäckige Verhandlungen« mit den USA über die weitere Stationierung israelischer Truppen im Südlibanon und habe nicht die Absicht, von seinen Forderungen abzurücken.

Israel will seine militärische Präsenz im Südlibanon zumindest vorerst aufrechterhalten. Dies könnte die laufenden diplomatischen Bemühungen und die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran erheblich erschweren.

Weitere Gefechte trotz diplomatischer Annäherung

Auch in den vergangenen Tagen hatte es wiederholt Meldungen über israelische Angriffe sowie Schläge der Hisbollah gegen israelische Soldaten gegeben. Israels Armee teilte am Dienstagabend mit, sie habe mehrere Raketen der Hisbollah abgefangen, die auf Gebiete gezielt hätten, in denen israelische Truppen im Einsatz seien.

Am Dienstag und Mittwoch kam es zu israelischen Luftangriffen im Raum der Stadt Nabatija und der Küstenstadt Tyrus, bei denen es Verletzte und Tote gab.

In dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wurden im Libanon nach offiziellen Angaben seit Anfang März rund 3.800 Menschen getötet und weitere 11.800 verletzt. Die USA und der Iran – der wichtigste Unterstützer der Hisbollah – haben sich zwar auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges geeinigt, das auch den Libanon umfassen soll. Die israelischen Angriffe im Libanon scheinen seitdem etwas abgenommen zu haben, dauern jedoch ebenso an wie der Beschuss durch die Hisbollah. ja / dpa

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