Beit Zazir

Herzog weist Trumps Angriffe zurück: Israels Souveränität »nicht zu verkaufen«

Israels Präsident Isaac Herzog Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Nach scharfen persönlichen Angriffen von US-Präsident Donald Trump hat Israels Staatspräsident Isaac Herzog die Kritik aus Washington entschieden zurückgewiesen. Die wiederholten Beschimpfungen aus den USA seien ein Angriff auf die staatliche Autorität Israels, erklärte Herzog laut israelischen Medien.

Trump hatte Herzog zuvor wegen dessen Umgangs mit einem Begnadigungsgesuch von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschimpft und beleidigt (»He’s full of crap«). In einem Interview bezeichnete der US-Präsident den israelischen Staatschef auch als »schwach und erbärmlich« und sagte, Netanjahu solle sich auf den Krieg konzentrieren und nicht auf »diesen Blödsinn«.

Herzog äußerte sich zu dem Streit bei einem Besuch in der Ortschaft Beit Zarzir im Norden Israels, wo zuvor eine iranische Rakete eingeschlagen war. Dort machte er deutlich, dass die jüngsten Äußerungen aus Washington für ihn eine Grenzüberschreitung darstellt.

Lesen Sie auch

»Es gibt einen Unterschied zwischen politischen und rechtlichen Meinungsverschiedenheiten, die über Jahrzehnte zu verschiedenen Themen bestanden haben – selbst mit unseren Verbündeten – und einem unverhohlenen Angriff auf die Symbole der Staatsführung und der Souveränität des Staates Israel«, sagte Herzog. »Zu diesem Thema muss eine Erklärung abgegeben werden.«

Der Präsident betonte zugleich, er verteidige nicht persönliche Interessen, sondern die Würde des Landes. »Unsere Würde, unsere Unabhängigkeit und unsere Souveränität stehen für niemanden zum Verkauf«, erklärte er.

Über ein mögliches Gnadengesuch wolle er erst entscheiden, wenn ein entsprechender Antrag tatsächlich vorliege. Dann werde er darüber »in der unabhängigsten und freiesten Weise – ohne Druck und ohne Lärm aus irgendeiner Richtung – mit klarem Kopf und sauberen Händen« befinden.

Trump hatte Herzog in den vergangenen Tagen mehrfach angegriffen, weil dieser bislang keine Begnadigung für Netanjahu in dessen laufendem Korruptionsverfahren ausgesprochen hat. Bereits in der vergangenen Woche hatte der US-Präsident den israelischen Staatschef deshalb als »Schande« bezeichnet. im

Tel Aviv

Israels Armee verhängt Urlaubsstopp vor der Wahl

Die Hintergründe

 20.10.2026

Mullahs

Iran droht, Israel werde nur noch »verbrannte Erde« sein

Revolutionsgarden sprechen offen über Vernichtung Israels, sollte dessen Energieinfrastruktur angegriffen werden.

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026