Nahost

Hat die Bodenoffensive im Libanon begonnen?

Israelische Panzer in der Nähe der Grenze zum Libanon Foto: IMAGO/Xinhua

Israels Militär hat Berichten zufolge eine Bodenoffensive auf libanesischen Territorium gestartet. Nach Auskunft von mehreren libanesischen Medien gab es am Abend Artilleriebeschuss in einem Dorf unweit der Grenze zu Israel, das nicht weit entfernt von der Stadt Bint Dschubail gelegen ist, die als Hochburg der Terrormiliz Hisbollah gilt. Eine offizielle Bestätigung seitens des israelischen Militärs gab es zunächst nicht.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zunächst trafen die israelischen Bodentruppen offenbar auf wenig Widerstand. Mehrere Hisbollah-Kommandeure sollen nach Syrien geflohen sein. Auch die reguläre libanesische Armee zog Schützenpanzer und anderes schweres Gerät aus dem Süden des Landes ab.

Die Armee hätte sich mindestens fünf Kilometer nach Norden zurückgezogen, sagte eine Regierungsquelle der Nachrichtenagentur »Reuters«. Auch die französische Agentur AFP berichtete unter Berufung auf Quellen im Libanon, dass sich die Streitkräfte des Zedernstaates »neu positioniert und umgruppiert« hätten.

Lesen Sie auch

Ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington erklärte, man sei von Israel informiert worden, dass es sich um eine »begrenzte Operation« handeln werde, die sich auf die Infrastruktur der Hisbollah in der Nähe der Grenze konzentriere.

IDF-Sprecher Daniel Hagari rief die Bevölkerung und die Medien am späten Abend dazu auf, keine Truppenbewegungen zu veröffentlichen, um so die Soldaten zu schützen. »In den letzten Stunden gab es viele Berichte und Gerüchte über Aktivitäten der israelischen Streitkräfte an der libanesischen Grenze. Wir bitten darum, keine Berichte über die Aktivitäten der Streitkräfte in Umlauf zu bringen. Halten Sie sich nur an die offiziellen Berichte und verbreiten Sie keine unverantwortlichen Gerüchte«, schrieb Hagari auf X. 

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Am Abend forderte die IDF Zivilisten in der Nähe mehrerer mutmaßlicher Hisbollah-Gebäude im Süden Beiruts auf, das Gebiet sofort zu verlassen. »Sie befinden sich in der Nähe von Einrichtungen der Hisbollah, und die israelischen Streitkräfte werden mit Nachdruck gegen sie vorgehen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und der Sicherheit Ihrer Familienmitglieder müssen Sie diese Gebäude sofort verlassen und sich mindestens 500 Meter von ihnen entfernen«, so ein israelischer Armeesprecher in einer auf Arabisch verfassten Nachricht. 

Bereits am Montagmorgen hatte das »Wall Street Journal« berichtet, dass mehrere israelische Vorauskommandos im Südlibanon eingedrungen seien. Dabei seien auch Tunnelsysteme der Hisbollah entdeckt worden.

Aryeh Deri, der Vorsitzende der ultraorthodoxen Schas-Parte, postete auf der Plattform X ein Gebet für die israelischen Soldaten. Darin bittet er Gott, die Truppe zu beschützen, die »von der Grenze zum Libanon bis zur Wüste Ägyptens« im Einsatz sind, ihre Feinde zu schlagen und ihnen den Sieg zu schenken.

»Der Heilige, gesegnet sei er, wird unsere Soldaten vor allen Schwierigkeiten und Nöten sowie vor jedem Makel und jeder Krankheit beschützen und retten und Segen und Erfolg für jede von ihren Händen geleistete Arbeit senden«, schrieb Deri.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bislang hatte Israel ausschließlich mit Luftschlägen auf die massiven Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah geantwortet. Auch am Montag wurden wieder zahlreiche Einsätze geflogen.

Dabei wurden laut den israelischen Streitkräften (IDF) ein Waffenlager in unmittelbarer Nähe des Flughafens der Hauptstadt Beirut getroffen, in dem unter anderem Raketenwerfer stationiert gewesen seien. »Die IDF wird auch weiterhin die militärischen Fähigkeiten der Hisbollah im Libanon schwächen«, teilte die IDF auf X mit.

Seit dem 8. Oktober 2023 steht Israel unter Dauerbeschuss der Hisbollah. Israel reagiert mit Gegenangriffen, um die Attacken zu unterbinden und um seine Bürger zu schützen. Mehrere Zehntausend Israelis sind durch die Angriffe aus dem Libanon zu Binnenflüchtlingen geworden. mth

Lod

Personalmangel am Flughafen Ben Gurion führt zu Gepäckchaos und Verspätungen

Mitarbeiter sagen, es gebe nicht genügend Manpower. Die Flughafenbehörde verweist hingegen auf eine Kettenreaktion durch die starke Auslastung, die Präsenz von Tankflugzeugen der USA sowie ungewöhnlich viel Flugverkehr

 20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80. Eine persönliche Würdigung von Reinhard Mohr

von Reinhard Mohr  19.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Hamas

In einem Monat entwaffnet?

US-Sondervermittler Jared Kushner reiste nach Israel, um die nächste Phase für den Gazastreifen zu besprechen. Er spricht von diplomatischen Erfolgen

von Sabine Brandes  19.08.2026

Syrien

In Damaskus skandieren Soldaten antisemitische Parolen

Ein im Internet kursierendes Video zeigt Angehörige der syrischen Streitkräfte, die zu Gewalt gegen Juden aufrufen

 19.08.2026