Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Krieg gegen Iran

Passanten am 1. März in Tel Aviv Foto: copyright (c) Flash90 2026

Eine aktuelle Umfrage zeigt eine breite Unterstützung unter jüdischen Israelis für den militärischen Konflikt mit dem Iran. Viele von ihnen sprechen sich sogar dafür aus, die Kämpfe fortzusetzen, bis das Regime in Teheran gestürzt ist. Deutlich skeptischer äußern sich hingegen arabische Bürger Israels. Israelische Medien berichteten.

Die Untersuchung des Israel Democracy Institute ergab, dass insgesamt 82 Prozent der Befragten den israelischen Militäreinsatz gegen den Iran befürworten. Unter jüdischen Israelis liegt die Zustimmung besonders hoch: 93 Prozent unterstützen die Operation. Unter arabischen Israelis sind es hingegen nur 26 Prozent.

Innerhalb der jüdischen Bevölkerung findet der Einsatz über das politische Spektrum hinweg Rückhalt. Unter Wählern des rechten Lagers unterstützen laut Umfrage 97 Prozent die Operation, im politischen Zentrum sind es 93 Prozent. Selbst im linken Lager liegt die Zustimmung noch bei 76 Prozent.

Weniger eindeutig

Die Umfrage zeigt außerdem, dass viele jüdische Israelis über die offiziell formulierten militärischen Ziele hinausgehen wollen. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob die Operation enden sollte, sobald Irans nukleare und ballistische Fähigkeiten zerstört sind – oder erst dann, wenn zusätzlich ein politischer Umbruch in Teheran erreicht wird.

57 Prozent der jüdischen Befragten erklärten, der Einsatz solle erst beendet werden, wenn sowohl die militärischen Ziele erreicht als auch das Regime gestürzt sei. Weitere 36 Prozent plädierten dafür, die Operation nach Erreichen der militärischen Ziele zu beenden.

Unter arabischen Israelis fiel das Meinungsbild deutlich weniger eindeutig aus. Mehr als die Hälfte der Befragten – 52 Prozent – gab an, nicht zu wissen, wie die Operation fortgeführt werden sollte. Eine detailliertere Aufschlüsselung der Positionen innerhalb dieser Gruppe war daher kaum möglich.

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Vertrauen in Netanjahu

Auch innerhalb der jüdischen Bevölkerung zeigen sich Unterschiede je nach politischer Orientierung. Im linken Lager bevorzugt eine relative Mehrheit ein Ende der Operation nach Erreichen der militärischen Ziele. Im Zentrum spricht sich etwa die Hälfte für eine Fortsetzung bis zum Sturz des Regimes aus, während im rechten Lager rund zwei Drittel genau diesen Kurs befürworten.

Die Studie untersuchte außerdem das Vertrauen in Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Führung des Krieges. Unter jüdischen Israelis gaben 74 Prozent an, ihm in dieser Frage zu vertrauen. Unter arabischen Befragten liegt dieser Wert lediglich bei 16 Prozent.

Die Umfrage fragte zudem danach, wie die israelische Bevölkerung die Haltung von US-Präsident Donald Trump einschätzt. 64 Prozent der jüdischen Befragten glauben, dass die Sicherheit Israels für Trump eine zentrale Rolle bei politischen Entscheidungen spielt. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber einer Messung im Oktober 2025. Unter arabischen Israelis teilen nur 43 Prozent diese Einschätzung.

Sicherheitsgefühl und Schutz

Schließlich untersuchte die Studie auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung während der anhaltenden iranischen Raketenangriffe. Unter jüdischen Israelis erklärten 74 Prozent, sie fühlten sich »ziemlich« oder »sehr« gut geschützt. Unter arabischen Israelis sagten dies nur 15 Prozent.

Frauen äußerten in beiden Bevölkerungsgruppen ein geringeres Sicherheitsgefühl als Männer. Dennoch fühlten sich jüdische Frauen deutlich häufiger geschützt als arabische Frauen.

Eine wichtige Rolle spielt offenbar die vorhandene Schutzinfrastruktur. Befragte, die in der Nähe über einen Schutzraum oder einen sicheren Raum verfügen, gaben wesentlich häufiger an, sich vor iranischen Angriffen geschützt zu fühlen. im

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