Abu Dhabi

Größtes Nahost-Treffen mit israelischer Beteiligung seit 1991

Die Arbeitsgruppe zur Koexistenz wurde von Arye Shalicar (erste Reihe 4.v.l.) mit geleitet Foto: Privat

Im März 2022 kam es in der Negev-Wüste in Israel zu einem historischen Treffen: Die Außenminister vier arabischer Staaten – Bahrain, Marokko, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – trafen sich mit dem damaligen israelischen Amtsinhaber Yair Lapid sowie mit US-Außenminister Antony Blinken. Die sechs Chefdiplomaten vereinbarten eine engere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen sowie eine Kooperation in anderen Bereichen.

Möglich geworden war das Ganze durch die sogenannten Abraham-Abkommen von 2020, im Zuge derer Israel offizielle Beziehungen zu vier arabischen Ländern aufgenommen hatte. Jetzt traf sich erneut der Lenkungsausschuss des Negev-Forums, und zwar erstmals in Person und nicht wie die beiden Male zuvor per Zoom. Bei dem zweitätigen Treffen in Abu Dhabi waren rund 150 Regierungsvertreter aus den sechs Teilnehmerstaaten des Negev-Forums anwesend. Medienberichten zufolge war es das größte Treffen seiner Art seit der Nahostkonferenz in der spanischen Hauptstadt Madrid vor über 30 Jahren.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ziel war es, schon bald ein zweites Ministertreffen vorzubereiten. Ausrichter desselben soll dann nicht Israel, sondern Marokko sein. Ein endgültiger Termin für das Treffen steht noch nicht fest, aber der Gipfel soll noch in diesem Frühjahr stattfinden.

Israel hatte rund zwei Dutzend hochrangige Beamte aus verschiedenen Ministerien entsandt. Darunter war auch Arye Shalicar, der gemeinsam mit einem marokkanischen Kollegen eine der sechs Arbeitsgruppen leitete. Seine Eindrücke von dem zweitägigen Besuch in den Emiraten seien »sehr, sehr positiv«, sagte Shalicar vor seinem Rückflug nach Tel Aviv dieser Zeitung.

THEMENFELDER Die Abraham-Abkommen hätten eine echte Aufbruchstimmung in Nahost ausgelöst. Man kooperiere nun nicht mehr nur auf der Ebene der Regierungen und zu Sicherheitsfragen, sondern auch auf anderen Feldern wie Tourismus, Energie, Koexistenz, Gesundheitswesen und Bildung, betonte er. »Es geht den Beteiligten nicht nur um das Wohl der eigenen Bevölkerung, sondern tatsächlich darum, etwas Gutes für die ganze Region auf die Beine zu stellen.« Mittlerweile seien »wirkliche, enge Freundschaften« zwischen Israelis und Arabern entstanden. Vor allem der Tourismus in die Emirate habe enormen Auftrieb erlangt. »Israelis kommen in riesigen Scharen hierher zu Besuch, und das ist gut so«, sagte Shalicar.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens müsste eigentlich auch ein Anliegen der Europäer sein, findet der in Berlin aufgewachsene israelische Regierungsberater. Das sei leider bislang nicht der Fall. Vielmehr seien es die Amerikaner, die als externer Partner sehr dafür einträten, dass sich Araber und Israelis einander weiter annäherten.

Die Bildung einer neuen, rechtsgerichteten Regierung in Jerusalem war Shalicar zufolge »überhaupt kein Thema« bei dem zweitägigen Treffen in Abu Dhabi - auch nicht auf den Fluren des Tagungszentrums. »Wir waren auf professioneller Ebene im Gespräch, die hohe Politik war kein Thema.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israels neuer Außenminister Eli Cohen bezeichnete das Treffen als »einen weiteren Schritt zur Weiterentwicklung und Vertiefung des Abraham-Abkommens und eine gemeinsame Antwort auf gemeinsame Herausforderungen«. Es bestehe das Potenzial, mit konrekten Projekten die Lebensqualität der Bevölkerung in der Region nachhaltig zu verbessern.

DYNAMIK Für Arye Shalicar wäre es wünschenswert, künftig noch weitere Länder in die Initiative aufzunehmen. Neben Jordanien, das bereits 1994 mit Israel einen Friedensvertrag unterzeichnet hat, nannte er in diesem Zusammenhang auch Saudi-Arabien.

Bislang nicht im Negev Forum vertreten sind die Palästinenser. Allerdings betonte das US-Außenministerium in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung, dass die jetzt erreichten Fortschritte genutzt werden sollten, »um eine Dynamik in den israelisch-palästinensischen Beziehungen zu schaffen, die auf eine Verhandlungslösung des israelisch-palästinensischen Konflikts abzielt und Teil der Bemühungen ist, einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden zu erreichen.«

Die Vereinigten Staaten würden, so die Erklärung, »weiter mit unseren Partnern in der Region zusammenarbeiten, um diese Vision zu fördern und umzusetzen, auch auf dem bevorstehenden Ministertreffen des Negev-Forums.«

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  06.01.2026

Wissenschaft

Israels Forscher erzielen Erfolg in Alzheimerforschung

Ausgerechnet ein zelluläres »Entsorgungssystem«, das eigentlich schädliche Proteine beseitigen soll, könnte zur Weiterverbreitung der Krankheit beitragen

 06.01.2026

Sexualisierte Gewalt

Romi Gonen: »Der Hamas-Chef schlug mir einen Deal vor«

Die ehemalige Geisel der Terrororganisation berichtet in Teil zwei ihres Interviews, was nach den Übergriffen geschah

von Sabine Brandes  06.01.2026

Jerusalem

Netanjahu attackiert Opposition in hitzigem Knesset-Duell

Die Aufklärung des 7. Oktobers, die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe und »Katargate« wurden auf Druck der Opposition im israelischen Parlament diskutiert

 06.01.2026

Blumen und Kerzen sind als Zeichen des Gedenkens an die Opfer nach dem Brand in der Bar und Lounge »Le Constellation« in Crans-Montana.

Schweiz

Drittes jüdisches Mädchen tot

Bei der tödlichen Katastrophe im Nobelskiort Crans-Montana sind drei junge jüdische Frauen ums Leben gekommen

von Nicole Dreyfus  06.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 05.01.2026

Kommentar

Keine großen Sorgen vor Mamdani, bitte

Hannes Stein über den neuen Bürgermeister von New York und die Herausforderungen, die der Job für den Israelhasser mit sich bringt

von Hannes Stein  05.01.2026

Wintersport

Noa Szollos schreibt Sportgeschichte für Israel – Bekommt sie nun eine Katze?

Noa Szollos holt im Slalom von Kranjska Gora die ersten Punkte für Israel. Anschließend berichtet die 22-Jährige von einer kuriosen Wette mit ihren Eltern

 05.01.2026

Wetter

Phänomen am Himmel erstaunt Israelis

Meteorologen erklären das Naturschauspiel, das sich fast im ganzen Land zeigt

von Sabine Brandes  05.01.2026