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Strafe, Mob, Kauf

Coca-Cola-Werk in Bnei Brak Foto: Flash 90

Strafe
Die israelische Wettbewerbsbehörde hat der Central Bottling Company, dem Hersteller und Abfüller von Coca-Cola in Israel, eine Geldbuße von 17,7 Millionen Schekel (rund 4,8 Millionen Euro) auferlegt. Eigentlich hätten es sogar knapp 78 Millionen Schekel sein sollen. Grund sind mehrere Verstöße gegen das israelische Lebensmittelgesetz, darunter unlautere Eingriffe in die Regalplatzierung eigener Produkte und die Einflussnahme von Konkurrenten auf die Verbraucherpreise von Milchprodukten der Tochtermarke Tara in Supermärkten. Beanstandet wurden zudem Zahlungen an große Einzelhändler, die nicht korrekt als Mengenrabatte deklariert wurden. Die Strafe folgt auf eine Untersuchung, die unlautere Handelspraktiken im Wettbewerbssektor ahnden soll.

Kauf
Hapag-Lloyd plant nach eigenen Angaben die Übernahme der israelischen Containerreederei »Zim Integrated Shipping Services Limited«. Wie israelische Medien berichteten, befindet sich das deutsche Transport- und Logistikunternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen über den möglichen Erwerb aller Anteile, habe aber bislang noch keine bindende Vereinbarung getroffen. Wichtige Zustimmungen seitens der Vorstände, Aufsichtsräte und anderer Gremien sowie eine Freigabe durch den Staat Israel sind noch erforderlich, da Israel in der Satzung von Zim besondere Rechte (»Golden Share«) hält. Zim ist eine international tätige Reederei mit Sitz in Haifa und seit 2021 an der New Yorker Börse notiert. Sie betreibt eine eigene Flotte von Containerschiffen und ein weltweites Netzwerk von Seerouten.

Mob
In der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, nachdem zwei Soldatinnen dort unterwegs waren. Hunderte charedische Männer verfolgten die jungen Frauen, sodass sie von der Polizei in Sicherheit gebracht werden mussten. Bei den Unruhen wurden ein Polizeiauto umgestoßen, ein Motorrad angezündet und Mülltonnen auf Sicherheitskräfte geworfen. Zwei Polizisten erlitten Kopfverletzungen durch Steinwürfe. Es gab zahlreiche Festnahmen. Polizeichef Danny Levy bezeichnete die Gewalt als »ungezügelte Ausschreitungen, die alle Grenzen überschritten haben«. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Vorfall als »völlig inakzeptabel«, betonte aber, dass die Täter nicht die gesamte ultraorthodoxe Gemeinschaft repräsentierten.

Austausch
Die unabhängige international operierende israelische Hilfsorganisation IsraAID hat die ehemaligen Hamas-Geiseln Aviva (63) und Keith Siegel (65), die bis zu den Massakern des 7. Oktober 2023 mehr als 40 Jahre im Kibbuz Kfar Aza lebten, zu einem Besuch ins Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias eingeladen. Das Camp und die angrenzende Siedlung Kalobeyei beherbergen mehr als 300.000 Geflüchtete aus mehreren ost- und zentralafrikanischen Ländern sowie mehr als 100.000 Mitglieder der lokalen Turkana-Gemeinschaft. Die Region leidet unter extremem Wasser- und Nahrungsmangel sowie fehlender medizinischer Versorgung. Die Siegels besuchten Wasserstellen, Schulen, Krankenstationen und Schutzräume für Jugendliche und trafen lokale IsraAID-Teams. Keith Siegel erklärte, er wolle seine Stimme künftig nutzen, um auf vergessene humanitäre Krisen aufmerksam und Hoffnung sichtbar zu machen.

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