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Gaza, Raketenabwehr, Tempelberg

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Gaza
Premier Benjamin Netanjahu strebt offenbar die vollständige militärische Kontrolle über Gaza an. Laut übereinstimmenden Berichten israelischer Medien will er dem Kabinett zeitnah einen entsprechenden Plan vorlegen, obwohl sich Teile der Armeeführung entschieden dagegenstellen. Zugleich würde er damit eine Forderung seiner rechtsextremen Koalitionspartner Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich erfüllen. Ein enger Vertrauter Netanjahus wird mit den Worten zitiert: »Die Würfel sind gefallen – wir streben eine vollständige Besetzung des Gazastreifens an.« Auch in vertraulichen Gesprächen mit Ministern soll Netanjahu den Begriff »Besetzung« verwendet haben. Die Armee kontrolliert derzeit etwa drei Viertel Gazas. Das Militär solle nun in die verbleibenden Gebiete vordringen, auch solche, in denen sich mutmaßlich noch israelische Geiseln befinden. Deutlich gegen diesen Plan positioniert sich Generalstabschef Eyal Zamir, der von einer »Falle« spricht. Eine vollständige Besetzung würde »das Leben der Geiseln erheblich gefährden und die Armee weiter verschleißen«. Er empfiehlt daher die Einkreisung von Gaza-Stadt sowie anderer Orte. Situationsabhängig ließen sich diese Stellungen dann für militärische Vorstöße nutzen, so seine Empfehlung. Ein hochrangiger Regierungsvertreter soll über Zamir laut Medienberichten gesagt haben: »Wenn er nicht einverstanden ist, soll er zurücktreten.« Für weiteren Unmut sorgte ein Post von Yair Netanjahu, der in Florida lebende Sohn des Premiers, der kein politisches Amt bekleidet. Er behauptete auf X, der General­stabschef stecke hinter »einem versuchten Militärputsch, der zu einer mittelamerikanischen Bananenrepublik der 1970er-Jahre passt«. Dieser Konflikt ist der jüngste in einer ganzen Serie von Meinungsverschiedenheiten zwischen Kabinett und Armeechef.

Raketenabwehr
Elbit Systems wird künftig Transportflugzeuge der Bundeswehr-Luftwaffe vom Typ Airbus A400M mit Raketenabwehrsystemen ausrüsten. Der Auftrag habe einen Wert von etwa 260 Millionen Dollar, teilte das israelische Rüstungsunternehmen mit. Auf diese Weise sollen die Flieger sicher vor Luftabwehrraketen mit Infrarot-Suchkopf werden, heißt es. Das Elbit-System J-Music DIRCM (Directed Infrared Counter Measures) ist in der Lage, durch die Kombination von Lasertechnologie mit leistungsstarken Bildverarbeitungssystemen anfliegende Raketen in Echtzeit zu identifizieren, zu verfolgen und abzulenken. All das geschieht völlig autonom und ohne Eingreifen der Besatzung.

Tempelberg
Anlässlich von Tischa beAw hat Itamar Ben-Gvir mit einer Gruppe von Anhängern den Jerusalemer Tempelberg betreten. Nicht zum ersten Mal. Am Sonntag jedoch betete der rechtsextreme Minister für öffentliche Sicherheit dort erstmals öffentlich – ein klarer Verstoß gegen den Status quo des hochsensiblen Areals. Begleitet wurde er von seinem Parteikollegen Yitzhak Wasserlauf. Zwei Abgeordnete des Likud befanden sich ebenfalls vor Ort. Ben-Gvirs Vorgehen wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jordanien und Saudi-Arabien scharf verurteilt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte auf den Besuch seines Ministers mit einer Erklärung, in der er betonte, dass »Israels Politik, den Status quo auf dem Tempelberg beizubehalten, sich nicht geändert hat und sich auch nicht ändern wird«.

Zoo
Im Biblischen Zoo von Jerusalem hat ein Tiger einen Wärter getötet. Das Tier fiel den Pfleger an, als dieser das Gehege für eine spezielle Führung einer Besuchergruppe vorbereitete, wie der Zoo in einer Erklärung mitteilte. Der 36-jährige Mann erlitt schwere Verletzungen, denen er wenig später im Krankenhaus erlag. Der Tiger war demnach durch eine aus bisher ungeklärten Gründen offen gelassene Tür in den Vorhof gelangt, in dem der Wärter beschäftigt war. Für Besucher des Zoos habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, hieß es weiter. Der Zoo wurde kurzzeitig geschlossen.

Verbundenheit
Galinor »Jimmy« Pacheco, ein ehemals in Israel tätiger Pfleger von den Philippinen, der am 7. Oktober 2023 von der Hamas aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt wurde und sich 48 Tage in der Gewalt der Terrororganisation befand, ist dieser Tage Vater geworden. Als Zeichen seiner Verbundenheit mit Israel beschloss er, seine neugeborene Tochter Yisraela zu nennen. Es ist Pachecos viertes Kind. In Nir Oz hatte er den 80-jährigen, an Parkinson erkrankten Amitai Ben Zvi betreut, der von der Hamas ermordet wurde.

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