Vermisst

Er war erst 19

Mittelpunkt der Familie: Itay Chen Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Er war erst 19

Itay Chen wurde entführt, als er Kibbuzim schützte

von Sabine Brandes  07.09.2025 14:26 Uhr

Seit dem Tag, an dem klar wurde, dass Itay Chen als vermisst gilt, kämpfen seine Eltern Ruby und Hagit unermüdlich für die Freilassung ihres Sohnes.

Itay Chen war erst 19 Jahre alt, als er während des verheerenden Massakers der Hamas am 7. Oktober 2023 entführt wurde. Er diente in einem Bataillon der Panzerbrigade, die Gemeinden in der Nähe des Gazastreifens schützte. Im März 2024 dann war er auf Grundlage von Geheimdienstinformationen und anderer Erkenntnisse für tot erklärt worden. Sicher, dass er tatsächlich nicht mehr lebt, sind seine Eltern jedoch nicht.

Itay hat zwei Brüder, Roy und Alon. »Er hält in unserer Familie alles zusammen«, sagen seine Eltern. »Er verbindet alle miteinander« und sei »der Mittelpunkt«.

Erzogen, Menschen zu respektieren

Die Vorfahren der Chens sind Schoa-Überlebende. Itays Großmutter mütterlicherseits kam aus der bayerischen Stadt Bad Reichenhall, der Großvater väterlicherseits aus einem ukrainischen Dorf. Über Italien und das damalige Britische Mandatsgebiet Palästina gelangte er in die USA. Doch schließlich landete die Familie Chen in Israel und ließ sich in Netanya nieder.

»Wir sind eine internationale Familie. Wir haben unsere Kinder dazu erzogen, Menschen zu respektieren, ganz gleich welcher ethnischen Herkunft oder Religion. Auch unser Sohn ist ein Mensch und muss als solcher behandelt werden«, betonen Mutter und Vater.

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Ruby Chen und seine Frau lassen kaum eine Kundgebung für die Befreiung der Geiseln aus. Die landesweiten Proteste der vergangenen Wochen seien ein Beweis dafür, dass die Geiseln nicht vergessen sind. »Die Tatsache, dass Hunderttausende Menschen auf die Straße gehen, zeigt, dass alle darauf warten, einen Aufarbeitungsprozess einzuleiten«, sagt Itays Vater. »Denn dieses Land steckt fest.«

Nach fast zwei schmerzvollen Jahren sind die Chens erschöpft. »Wir haben das Gefühl, diese Tortur hat lange genug gedauert«, sagen sie – und kämpfen dennoch weiter unermüdlich, damit ihr Sohn endlich nach Hause kommt.

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