Vermisst

Er war ein Poet

Schrieb Lieder und Gedichte: Amiram Cooper Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Er war ein Poet

Der 84-jährige Amiram Cooper wurde in Gaza ermordet

von Sabine Brandes  20.09.2025 21:28 Uhr

Unter den 251 am 7. Oktober 2023 von der Hamas nach Gaza verschleppten Menschen aus dem Süden Israels war auch der 84-jährige Dichter Amiram Cooper. Am frühen Morgen zerschossen die Terroristen die Eingangstür seines Zuhauses und entführten ihn und seine Frau Nurit aus ihrem geliebten Kibbuz Nir Oz. Anders als ihr Mann kam Nurit nach zwei Wochen in den Terrortunneln unterhalb des Gaza-streifens wieder frei.

Amiram und Nurit wurden zusammen mit fünf anderen Kibbuz-Mitgliedern im selben Raum im Untergrund gefangen gehalten. Während der gesamten Gefangenschaft sei es ihnen unmöglich gewesen, zu erkennen, ob es Tag oder Nacht war, berichtete ihr Sohn später. Am 3. Juni 2024 bestätigte die israelische Armee aufgrund von Geheimdienstinformationen, dass Amiram Cooper und die drei weiteren Geiseln Nadav Popplewell (51), Chaim Peri (79) und Yoram Metzger (80) im Gazastreifen von der Hamas ermordet worden waren.

Wirtschaftswissenschaftler und Dichter

Cooper wurde 1938 in Haifa geboren. Als 19-Jähriger kam er nach Nir Oz und ging nie wieder fort. Er baute den Kibbuz mit auf, gründete eine Familie und sah die Besiedlung der westlichen Negevwüste als seine Lebensaufgabe an. Von Beruf Wirtschaftswissenschaftler arbeitete Cooper viele Jahre als Chefökonom der Region Ma’on. In seiner Freizeit schuf er mehr als sechs Jahrzehnte lang Lieder und Gedichte, veröffentlichte mehrere Lyrikbände. Für die Musik seiner Lieder arbeitete er oft mit anderen Kibbuz-Mitgliedern zusammen. Er verfasste auch Theaterstücke und Artikel zu den Themen Politik und Wirtschaft.

1980 dichtete er anlässlich des 25. Jahrestages der Gründung von Nir Oz ein »Liebeslied«, und seine Worte klingen heute fast wie eine Prophezeiung: »Wo ist das Lied / Lied der Liebe / Verborgen im Grau des Herbstes / Warum verblasst das Grün auf den Zweigen / und wirft fallende Blätter ab / Durch die stürmischen Straßen / und die Bäume stehen gebeugt / Es geht mit Trauer / und sucht den Frühling zum Blühen.«

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

Tel Aviv

US-Militär stoppt Abzug von Tankflugzeugen: Sommerflugplan gefährdet

Rund 75 US-Tankflugzeuge und Transportmaschinen nehmen Platz ein, der dringend für zivile Flüge gebraucht wird

 14.07.2026

Jerusalem

Eli Vered Hazan wird neuer Weltvorsitzender des Keren Hayesod

Der bisherige Botschafter folgt auf Sam Grundwerg, der den Hilfsfonds in den vergangenen acht Jahren geführt hat

 14.07.2026

Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Laut einem Bericht der »New York Times« soll Israel an einer Operation gearbeitet haben, den früheren Schoa-Leugner und Befürworter eines Atomprogramms zurück an die Macht zu bringen

von Ralf Balke  14.07.2026

Tel Aviv

Generalstabschef kritisiert Gesetzentwurf zu Haredi-Wehrdienst scharf

Es sei »unvorstellbar«, dass die Armee, deren Soldaten seit zweieinhalb Jahren außergewöhnliche Opfer brächten, gleichzeitig an einem System mitwirken solle, das massenhafte Ausnahmen von Strafverfolgung ermögliche, sagt der Armeechef

 14.07.2026