Gazastreifen

»Ein Arzt injizierte ihr Luft«

Beisetzung von Noa Marciano am 17. November 2023 in Modi’in Foto: picture alliance/dpa

Es sind schwere Vorwürfe, die der Vater einer am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten IDF-Soldatin erhebt. Demnach wurde seine Tochter nicht von der Hamas, sondern von einem Arzt im Al-Schifa-Krankenhaus getötet.

Die 19-jährige Noa Marciano dient bei den israelischen Grenzstreitkräften auf dem Stützpunkt Nahal Oz, als sie zusammen mit sechs weiteren Soldatinnen in den Gazastreifen verschleppt wird. Der Moment der Geiselnahme wird von Hamas-Terroristen auf Video festgehalten und später von veröffentlicht.

Fünf Wochen nach dem Überfall, Mitte November 2023, entdecken israelische Soldaten Noa Marcianos Leiche in unmittelbarer der Nähe des Al-Schifa-Krankenhauses, der größten Klinik im Gazastreifen. Die Hamas behauptet anschließend, Marciano sei schon am 9. November 2023 bei einem israelischen Luftangriff getötet worden.

Doch die israelische Armee hat Zweifel. Sie erklärt umgehend, dass es zwar möglich sei, dass die junge Frau bei dem fraglichen Luftangriff verletzt worden sei. Doch die an ihrem Leichnam festgestellten Wunden legen für die IDF den Schluss nahe, dass ihr Tod nicht durch die Bombardierung verursacht wurde.

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Im Mai 2024 erheben Noa Marcianos Eltern dann erstmals den Vorwurf, ihre Tochter sei im Al-Schifa-Krankenhaus getötet worden: »Es war ein Arzt, der das getan hat, in einem Krankenhaus. Sie wurde durch Luftangriffe verletzt und ins Schifa gebracht. Sie haben sich entschieden, sie zu ermorden anstatt sie zu behandeln.«

Jetzt hat sich Noa Marcianos Vater Avi erneut zum Tod seiner ältesten Tochter geäußert und weitere Details preisgegeben. Auf dem Video, das ihm via Telegram zugespielt worden sei, sei ein Arzt zu sehen, wie er Noa mit einer Spritze Luft in die Venen injiziere. Noa habe um ihr Leben gefleht, doch vergebens. Man könne ihren schweißgebadeten, aber leblosen Körper erkennen. »Er wache häufig morgens mit diesen Bildern im Kopf auf, so Avi Marciano. «Das ist der größte Albtraum, den man sich vorstellen kann.»

Die sechs übrigen entführten Soldatinnen hatten mehr Glück als ihre Kameradin: Sie überlebten allesamt die Tortur der Geiselhaft.

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