Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

Blick auf die Züricher Innenstadt Foto: picture alliance/dpa

Am Samstagabend ist es in der Stadt Zürich zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen. Laut Augenzeugenberichten waren schwer bewaffnete Polizisten vor verschiedenen Synagogen in der Stadt zu sehen.

Grund für die polizeilichen Maßnahmen war eine anonyme Drohung, die ebenfalls am Samstagabend bei einem koscheren Supermarkt in Zürich Wiedikon eingegangen ist. Das bestätigte am Sonntag die Stadtpolizei Zürich auf Anfrage. »Aus diesem Grund hatte die Stadtpolizei Zürich gestern Abend entsprechende Maßnahmen eingeleitet«, sagte Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich. Der sichtbare Einsatz sei jedoch noch am Samstagabend beendet worden. »Weitere Ermittlungen laufen«, so Hödl. Detailliertere Angaben wollte die Polizei nicht machen. Auch nicht, ob die Drohung in Verbindung mit dem Krieg in Nahost stand.

Lesen Sie auch

Zürich Wiedikon ist für seine jüdisch-orthodoxe Bevölkerung bekannt. Im gleichen Viertel kam es in Vergangenheit mehrmals zu antisemitischen Attacken auf offener Straße. So wurde ein junger Mann Anfang Februar Opfer einer Gewalttat. Der 26-Jährige und als jüdisch-orthodox erkennbare Mann wurde in Wiedikon von einem Mann zusammengeschlagen.

Vor exakt zwei Jahren kam es zudem zu einem terroristischen Anschlag auf einen orthodoxen Mann, der nach dem Besuch der Synagoge auf dem Nachhauseweg war. Der Mann wurde damals mit einem Messer attackiert und lebensbedrohlich verletzt. Laut mehreren Zeugenaussagen soll der Angreifer damals »Tod allen Juden« und »Allahu Akbar« gerufen haben. Das Opfer hatte den Angriff damals nur knapp überlebt.

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

Tel Aviv

US-Militär stoppt Abzug von Tankflugzeugen: Sommerflugplan gefährdet

Rund 75 US-Tankflugzeuge und Transportmaschinen nehmen Platz ein, der dringend für zivile Flüge gebraucht wird

 14.07.2026

Jerusalem

Eli Vered Hazan wird neuer Weltvorsitzender des Keren Hayesod

Der bisherige Botschafter folgt auf Sam Grundwerg, der den Hilfsfonds in den vergangenen acht Jahren geführt hat

 14.07.2026

Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Laut einem Bericht der »New York Times« soll Israel an einer Operation gearbeitet haben, den früheren Schoa-Leugner und Befürworter eines Atomprogramms zurück an die Macht zu bringen

von Ralf Balke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Generalstabschef kritisiert Gesetzentwurf zu Haredi-Wehrdienst scharf

Es sei »unvorstellbar«, dass die Armee, deren Soldaten seit zweieinhalb Jahren außergewöhnliche Opfer brächten, gleichzeitig an einem System mitwirken solle, das massenhafte Ausnahmen von Strafverfolgung ermögliche, sagt der Armeechef

 14.07.2026