Ben-Gurion-Airport

Dreck im Tank

Alles rein? Nach wie vor ist Vorsicht beim Tanken geboten. Foto: Flash 90

Seit Donnerstag vergangener Woche kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs von und nach Israel. Grund: Verunreinigungen im Kerosin auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Auch Anfang dieser Woche gingen die Störungen weiter. Die Ursache für die Verschmutzungen, angeblich Öl in den Tanks oder Leitungen, stand immer noch nicht endgültig fest.

Ursprünglich hieß es, dass noch am Donnerstag verseuchte Benzinfilter nach Deutschland geschickt worden seien. Zwei Tage später stellte sich heraus, dass die Filter erst am Freitag nach Frankfurt geflogen wurden. Dann musste die israelische Ölgesellschaft Paz eingestehen, dass sich das deutsche Labor weigere, die Filter zu untersuchen. Inzwischen wurde bekannt, dass es sich nicht um ein deutsches Labor handelt, sondern um eine Einrichtung der amerikanischen Armee, die das Kerosin von US-Kampfflugzeugen kontrolliert. Das Militärlabor weigere sich jedoch, Aufträge von Privatkunden anzunehmen, in diesem Fall der israelischen Ölgesellschaft.

Reserve Am Wochenende hieß es weiter, der Flugverkehr normalisiere sich. Dennoch wurden ausländische Fluggesellschaften aufgefordert, ausreichend Treibstoff mitzubringen, um in Griechenland, Zypern oder Jordanien nachtanken zu können. Die Maschinen der nationalen israelischen Fluggesellschaft EL AL wurden mit Kerosin aus der strategischen Reserve aufgetankt, das allerdings mit militärischen Tanklastwagen zu den Flugzeugen gebracht werden musste. Unter anderen mussten Maschinen der israelischem Chartergesellschaft Arkia am Boden bleiben. Arkia-Direktor Nir Dagan sagte am Sonntag: »Eine solche Krise habe ich noch nicht erlebt, und es wird alles nur noch schlimmer.« Tatsächlich gab es auch auf kleineren Flughäfen Probleme. Sde Dov im Norden von Tel Aviv musste zeitweilig geschlossen werden.

Inzwischen ist das Treibstoffreservoir auf dem Ben-Gurion-Airport geleert und gesäubert worden. Herausgepumptes Kerosin wird erneut destilliert. Weitere Arbeiten können noch Wochen andauern. Das Verkehrs- und das Infrastrukturministerium haben unterdessen jeweils eigene Untersuchungen der Vorgänge in Auftrag gegeben. Die entstandenen Schäden durch die Treibstoffkrise werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Kommentar

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