Trauer

Die letzte weibliche Geisel ist endlich zu Hause

Das qualvolle Warten ist auch für die Familien von Muhammad Alatrash und Inbar Hayman vorbei. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags bestätigte die israelische Armee, dass ihre Leichen in der Nacht aus Gaza nach Israel überführt und anschließend im forensischen Institut Abu Kabir identifiziert wurden. Die 27-jährige Hayman war die letzte weibliche Geisel, die noch von der Terrororganisation Hamas festgehalten wurde.

Alatrash war ein beduinischer Spurenleser der Nord-Gaza-Brigade der IDF, der am 7. Oktober 2023 während des Angriffs gegen die Hamas kämpfte und dabei starb, wie Geheimdienstinformationen später ergaben. Sein Leichnam wurde von Terroristen nach Gaza entführt. Zunächst hatte man angenommen, er sei lebend verschleppt worden. Der Tod von Alatrash wurde am 24. Juni 2024 bekannt gegeben.

Der 40-Jährige stammt aus Sa’wa in der Negevwüste. Er hinterlässt 13 Kinder, zwei Ehefrauen, Geschwister und seine Eltern. Vertreter der Armee haben die Familie von Alatrash informiert, dass sie ihn beerdigen können.  

Hanna Cohen: »Solange es keine Beerdigung gibt, schließt sich der Kreis nicht. Wir leben in unerträglicher Ungwissheit.«

Auch die Eltern von Inbar Hayman erhalten an diesem Tag die Informationen, dass sie ihre Tochter endlich begraben können. Zwei Jahre lang hatten die Angehörigen unermüdlich darum gekämpft, die junge Frau nach Hause zu holen. Ihr Tod war am 15. Dezember 2023 von den Sicherheitskräften bestätigt worden.

Ihre Mutter Ifat hat seitdem verzweifelt gefordert, »endlich ein Grab für meine Tochter zu bekommen, das ich besuchen und an dem ich sie für immer lieben kann«. Sie hinterlässt ihre Eltern und einen Bruder. Inbars Tante, Hana Cohen, war zu einer der lautesten Verfechterinnen für die Freilassung ihrer Nichte geworden. Regelmäßig sprach sie in der Knesset und in den Medien: »Solange es keine Beerdigung gibt, schließt sich der Kreis nicht. Wir leben in unerträglicher Ungewissheit.«

Inbar Hayman war 27 Jahre alt, als sie am 7. Oktober 2023 während des unvergleichlichen Massakers der Hamas vom Nova-Musikfestival entführt wurde. Sie arbeitete dort ehrenamtlich als psychologische Betreuerin für Besucher, denen es nicht gut ging. Später wurde bekannt, dass sie bereits an diesem Tag von Terroristen ermordet worden war.

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Sie stammte aus Haifa, studierte visuelle Kommunikation und war eine aufstrebende Künstlerin. In Graffiti-Kreisen unter dem Namen »Pink« bekannt, war sie in den Bereichen Street Art aktiv und beliebt. Ihre Familie und Freunde erinnern sich an eine warme, großzügige Seele, die an die Kraft der Kunst und der Verbundenheit glaubte.

Die israelischen Streitkräfte sprachen in einer Erklärung beiden Familien ihr Beileid aus. »Wir setzen uns weiterhin mit aller Kraft für die Freilassung aller verstorbenen Geiseln ein und sind bereit, die Vereinbarung weiterhin umzusetzen«, heißt es weiter.

Symbolischer Moment

Die Rückkehr der beiden ist ein symbolischer Moment für andere Familien, die noch immer darauf warten, ihre Liebsten nach zwei Jahren des Grauens endlich beerdigen und um sie trauern zu können. Immer wieder haben die Angehörigen und ihre Unterstützer bekräftigt, nicht aufzuhören, Druck zu machen, »bis alle zu Hause sind«.

In den beiden Tagen zuvor waren bereits die Leichen von Guy Ilouz, Daniel Peretz, Yossi Sharabi, Uriel Baruch, Eitan Levy, Tamir Nimrodi und Bipin Joshi nach Hause überführt worden. Doch noch immer befinden sich die sterblichen Überreste von 19 israelischen Geiseln, alles Männer, in Gaza.

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