Ausnahmesituation

Club Med kostenlos für gestrandete Israelis

Foto: picture alliance / REUTERS

Während noch immer Tausende von Israelis versuchen, aus der ganzen Welt während des Krieges gegen den Iran irgendwie nach Hause zu kommen, auf Sofas von Freunden und Verwandten nächtigen oder die Hotelrechnungen ins Uferlose wachsen, verbringen andere die unfreiwillige Urlaubszeit unter komfortablen Bedingungen. Einige internationale Hotelketten und Regierungen haben beschlossen, gestrandeten israelischen Reisenden unter die Arme zu greifen. Besonders großzügig: der französische Tourismuskonzern Club Med.

Das Unternehmen hat angekündigt, israelischen Gästen, deren Rückflüge gestrichen wurden, einen kostenlosen verlängerten Aufenthalt in seinen Resorts zu ermöglichen – so lange, bis sie eine alternative Verbindung nach Hause finden. Für viele bedeutet das zusätzliche Tage in All-inclusive-Fünf-Sterne-Anlagen.

Beliebte Fernreiseziele betrofffen

Betroffen sind vor allem beliebte Fernreiseziele israelischer Urlauber wie Phuket in Thailand sowie die Inselstaaten Seychellen und Mauritius im Indischen Ozean. In sozialen Netzwerken berichten Israelis von der surrealen Situation: Während zu Hause Sirenen heulen und Raketenangriffe aus dem Iran die Nachrichten dominieren, sitzen sie weiterhin am Pool oder am Strand – und verfolgen die Entwicklungen aus der Ferne.

Während die Menschen Club Med dankbar sind, wünschen sie sich doch meist, wieder in Israel zu sein. Ein Ehepaar aus Jerusalem schrieb auf Instagram, dass sie zu ihrem Hochzeitstag ohne ihre Kinder ins Ausland geflogen seien. »Wir wollten eine Woche weg, jetzt sind es schon drei.« Die beiden Söhne im Teenageralter seien zwar bei den Großeltern in Sicherheit und kämen gut klar. »Doch wir vermissen sie schrecklich und wollen endlich wieder nach Hause.«

Gestrandetes Ehepaar: »Wir wollten eine Woche weg, jetzt sind es schon mehr als drei.«

Der Hintergrund ist die massive Störung des Flugverkehrs nach Israel durch den Krieg gegen den Iran. Seit dem 28. Februar haben alle internationalen Airlines ihre Verbindungen zum Flughafen Ben Gurion vorübergehend ausgesetzt. Für Tausende Reisende bedeutete das plötzlich gestrichene Flüge und eine völlig ungewisse Rückkehr.

Nicht nur private Unternehmen reagieren darauf mit Hilfsmaßnahmen. In den Vereinten Arabischen Emiraten hat Präsident Mohamed bin Zayed Al Nahyan laut lokalen Medien eine Anweisung an Hotelbetreiber erlassen, gestrandete Gäste weiterhin kostenlos zu beherbergen. Die Hotels sollen ihre Rechnungen direkt an die Regierung schicken.

In Israel selbst gibt es bislang keine staatliche Unterstützung für im Inland gestrandete Reisende oder für Ausländer, deren Flüge gestrichen wurden. Stattdessen versuchen vor allem private Anbieter, die Lage etwas zu entschärfen. Große Hotelketten wie Dan Hotels, Fattal Hotels und Isrotel bieten Preisnachlässe zwischen 15 und 30 Prozent für Gäste an, die wegen der Flugausfälle länger im Land bleiben müssen.

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Unterstützung für Hamas in Gaza sinkt weiter

Eine palästinensische Studie zeigt wachsende Distanz zu der Terrororganisation und mehr Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung. Eine große Mehrheit lehnt die Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026

Israel

Vor Schicksalswahl: Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten

Ex-Generalstabschef Eisenkot wirft Benjamin Netanjahu vor, die Kriegsziele im Gazastreifen verfehlt zu haben. Sollte er Regierungschef werden, kündigt er einen klaren Zeitplan an

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Wirtschaft

Käsekrise

Was nach einem Lieferengpass im Supermarkt aussieht, steht für ein großes Problem. Weil ausländische Techniker Israel meiden, stehen immer häufiger Maschinen still

von Sabine Brandes  15.10.2026

Diplomatie

Kolumbien verlegt Botschaft nach Jerusalem

Unter dem linken Präsidenten Petro brach Kolumbien die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Nun schlägt die neue Regierung einen anderen Kurs ein

 15.10.2026

Luftfahrt

Wie sicher sind Israel-Flüge?

Nach dem vereitelten Anschlag an Bord einer flydubai-Maschine werden immer mehr gravierende Sicherheitslücken bekannt

von Sabine Brandes  14.10.2026

Meldungen

Studium, Korruption, Aquädukt

Kurznachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.10.2026

Reaktionen

EU kritisiert Wahlaufschub in den Palästinensergebieten

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027

 14.10.2026