Berlin

Bundeskanzler trifft Geisel-Angehörige

Bundeskanzler Friedrich Merz (4.v.r.) im Bundeskanzleramt anlässlich eines Gesprächs mit Angehörigen deutscher Geiseln der Hamas Foto: © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Viele Angehörige von Geiseln tragen jeden Tag einen kleinen Aufkleber mit einer Zahl auf dem Hemd oder T-Shirt. Der Tag, an dem sie Bundeskanzler Friedrich Merz trafen, war der 725. So lange sind ihre Liebsten bereits in der Hölle der Hamas in Gaza.

Der Bundeskanzler begrüßte den Plan von US-Präsident Trump, der aus 20 Punkten besteht und den Gazakrieg beenden und die Geiseln freibekommen soll. Israel hat den Plan angenommen, wie Premierminister Benjamin Netanjahu am Montag in Washington bestätigte.

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Merz erklärte dazu in Berlin, dieser Plan stelle die beste Chance dar, den Krieg in Gaza zu beenden, und betonte, das Leid der Geiseln müsse ein Ende haben.

Mehrere Eltern von jungen gekidnappten Männern in Berlin

Mit in Berlin waren Idit und Kobi Ohel, die Eltern des jungen Klavierspielers Alon Ohel (24). Vor einigen Tagen gab die Hamas ein Propagandavideo von ihm heraus. Seine Eltern erlaubten lediglich die Veröffentlichung eines Screenshots, erklärten jedoch im Anschluss, dass er Experten zufolge, die die Aufnahmen ausgewertet haben, auf einem Auge erblindet sei.

Auch Herut Nimrodi war bei dem Treffen mit dem Bundeskanzler dabei. Ihr Sohn ist Tamir Nimrodi (20), der junge Soldat, der am 7. Oktober von Terroristen verschleppt worden war. Von ihm gibt es seit fast zwei Jahren keinerlei Lebenszeichen. »Ich hoffe trotzdem jeden Tag, dass ich meinen Sohn wiedersehe«, sagt die Mutter immer wieder.

Ruby und Hagit Chen sind die Eltern von Itay Chen, auch er war Soldat in der israelischen Armee, der während des Massakers der Hamas gekidnappt wurde. Die israelischen Sicherheitskräfte haben mittlerweile seinen Tod bestätigt. Efrat Machikawa, die Nichte der freigelassenen Geisel Gadi Moses, ist die Sprecherin der Familien der deutschen Geiseln. Das Treffen war von Melody Sucharewicz organisiert worden.

Herut Nimrodi: »Ich hoffe trotzdem jeden Tag, dass ich meinen Sohn wiedersehe.«

Die Familien forderten die Bundesregierung auf, ihre Beziehungen zur Türkei zu nutzen, um die Hamas zur Annahme des Trump-Planes zur Beendigung des Krieges und zur Freilassung aller Geiseln zu bewegen. Sie bedankten sich auch für das Engagement von Bundeskanzler Merz und hoben die Bedeutung von medizinischer Versorgung für die Geiseln in Gaza hervor. Die Hamas weigert sich jedoch kategorisch, Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz zu den Verschleppten zu lassen.

In Gaza sind weiterhin 48 Geiseln in der Gewalt der Terrororganisation, 20 von ihnen sollen noch am Leben sein, alles junge Männer. Sieben der verschleppten Menschen haben auch die deutsche Staatsangehörigkeit: Alon Ohel, Tamir Nimrodi, Itay Chen, Tamir Adar, die Zwillinge Ziv und Gali Berman sowie Rom Braslavski.

Nach dem Bekanntwerden des neuen Rahmenwerks aus Washington versuchen die Familien überall in der Welt Druck auf Regierungen und einflussreiche Persönlichkeiten zu machen, um die israelische Regierung und die Hamas zum Unterzeichnen des Abkommens zu drängen.

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