Leah Goldin

»Bringt unsere Jungen nach Hause«

Leah Goldin mit dem Bild ihres Sohnes Hadar im Hintergrund Foto: copyright (c) Flash90 2018

»Was, wenn es Ihr Sohn wäre?« Diese Frage stellte Leah Goldin am 13. September 2019 vor dem UN-Menschenrechtsrat, als sie vor dem Gremium über ihr Kind sprach: Hadar, der 2014 mit 23 Jahren von palästinensischen Terroristen gekidnappt und ermordet wurde. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Tzur war Hadar Soldat in der israelischen Armee.

Während der Operation »Protective Edge« war Hadars Einheit an der Grenze zu Gaza stationiert. Nur wenige Stunden nach einer durch die UN und die USA vermittelten Waffenpause wurde Hadar Goldin erschossen und in einen Tunnel der Hamas verschleppt, wie Tzur Goldin einst in einem Interview berichtete.

Tzurs Einheit befand sich ganz in der Nähe der seines Bruders Hadar. Eine ihrer Aufgaben war es unter anderem, verwundete IDF-Soldaten zu retten. Eine andere, sich um circa 30 Palästinenser, die von der Hamas als menschliche Schutzschilde benutzt wurden, zu kümmern.

Seit sieben Jahren kämpft die Familie nun darum, dass Hadar Goldin und auch der ebenfalls 2014 verschleppte und getötete Soldat Oron Shaul zu ihren Familien zurückkehren.

Ägypten »Meine Zwillinge gingen als junge Offiziere nach Gaza, und während Tzur die menschlichste aller Aufgaben leistete, brach die Hamas die Waffenruhe und tötete meinen Sohn. Es ist an der Zeit, unsere Jungen nach Hause zu bringen.«

Mit diesem eindringlichen Appell hat sich Leah Goldin am Dienstagnachmittag an die Öffentlichkeit gewandt. In einem Zoom-Gespräch, an dem auch der ehemalige IDF-Oberst und Verhandlungsexperte Lior Lotan teilnahm, erklärte Goldin, warum gerade jetzt das Zeitfenster ist, um endlich etwas zu unternehmen.

Der israelische Außenminister Gabi Ashkenazi war am vergangenen Sonntag nach Kairo gereist, um mit seinem ägyptischen Amtskollegen Sameh Shukry unter anderem über einen Waffenstillstand zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel zu sprechen. Als Thema soll auch die Freigabe der Leichen von Hadar Goldin und Oron Shaul auf der Agenda stehen.

Tzur Goldin twitterte am Mittwochmorgen, dass die Verhandlungen zur letzten Operation »Shomer Chomot« bereits im Gange seien. »Hinter unserem Rücken. Es scheint, dass die Waffenruhe und der Wiederaufbau Gazas wohl ohne unsere Forderung, unsere Söhne nach Hause zu bringen, fortgesetzt werden.« Jetzt werde man die nächste Stufe im Kampf betreten. Jeder, der sich dafür interessiere, solle mitmachen, denn jetzt sei die Zeit dafür, endete der Tweet.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Leah Goldin sagte, dass auch beim Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un offenbar die Freilassung des gefangengehaltenen und im Wachkoma liegenden amerikanischen Studenten Otto Warmbier als Bedingung gegolten habe, das Treffen stattfinden zu lassen. Beispiele, wie man es machen könne, gebe es also.

Begräbnis Natürlich sei eine aktuelle Verhandlung über humanitäre Themen wichtig, aber das Anliegen der Familien sei auch humanitär. »Ich möchte meinem Sohn ein würdiges Begräbnis geben«, betonte Goldin, die mit Blick auf eine mögliche neue Regierung sagte: »Wer auch immer unser neuer Premierminister sein wird, sollte etwas tun.« Sonst gewinne der Terror. Seit zwei Jahren gebe es in Israel ein politisches Durcheinander, sagte Goldin. Als Tochter von Schoa-Überlebenden liebe sie ihr Land, aber die Verzweiflung darüber, dass nicht mehr getan würde, nagt an Goldin.

»Ich bin erschöpft«, sagt Goldin, aber ihre Kraft komme von all den Müttern, die in ähnlichen Situationen sind. Kurz vor der Covid-Pandemie war Goldin in Genf und sprach dort mit einer australischen Politikerin, die ihr viel Mut machte. »Sie sagte ich stehe für alle Mütter in der Welt.«

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur schwer oder gar nicht vollständig zerstörbar, so die IDF. Die Terroristen hätten den Tunnel für unterschiedliche operative Zwecke genutzt

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026

Jerusalem

Israel lehnt Einschränkungen im Kampf gegen Hisbollah ab

Verteidigungsminister Israel Katz kündigt an, dass die israelische Armee auch weiterhin »Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen« im Südlibanon ergreifen könne

 21.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Safed

Festgenommene Hisbollah-Terroristen in zivilem Krankenhaus in Nordisrael behandelt

Im Ziv Medical Center in Safed waren die libanesischen Patienten einem Zeitungsbericht zufolge gefesselt und wurden rund um die Uhr von Soldaten bewacht

 19.06.2026