Israel

Bis zur letzten Geisel

Die Beerdigung von Tamir Nimrodi Foto: Flash 90

Während 20 Geiselangehörige die Rückkehr ihrer Liebsten glückselig feiern, sind andere Familien am Boden zerstört. Sie können ihre Kinder, Eltern, Geschwister oder Lebenspartner nicht mehr in die Arme schließen, sondern müssen sie begraben. Nach Beginn des Waffenstillstands zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas sind bis Redaktionsschluss 15 Leichen aus der Gewalt der Islamisten in Gaza nach Israel überführt worden.

Dies sind: Ronen Engel, Tamir Nimrodi, Eliyahu Margalit, Eitan Levy, Uriel Baruch, Yossi Sharabi, Daniel Peretz, Guy Illouz, Muhammad Alatrash, Tal Haimi, Arye Zalmanovich, Tamir Adar, die letzte weibliche Geisel Inbar Hayman sowie der thailändische Landarbeiter Sonthaya Oakkharasri und der Landwirtschaftsstudent Bipin Joshi aus Nepal. Noch immer werden die sterblichen Überreste von 13 verschleppten Menschen vermisst.

»Den Boden unter den Füßen weggezogen«

Nachdem die Identität des 54-jährigen Engel bestätigt worden war, schrieb seine Tochter Mika auf Instagram: »Papa ist endlich zu Hause.« Es sei nicht das, was die Familie erhofft hatte, doch »er ist jetzt hier«.
»Sonthaya, der eine kleine Tochter hat, träumte davon, nach Hause zurückzukehren und eine eigene Farm aufzubauen«, schreibt das Forum für Familien von Geiseln. Zuvor war auch Joshi an Israel übergeben worden. Die Nachricht seines Todes »hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen«, schrieb seine Familie.

Für die Angehörigen von Inbar Hayman ist es auch der Abschluss eines grausamen Kapitels. Ihre Mutter Ifat hatte gefleht: »Bitte gebt mir ein Grab, an dem ich weinen und meine Tochter für immer lieben kann.« Der 18-jährige Soldat Tamir Nimrodi war am 7. Oktober 2023 als Geisel genommen worden – danach gab es kein einziges Lebenszeichen von ihm. Nachdem seine Familie nach mehr als zwei Jahren völliger Ungewissheit die Botschaft erhalten hatte, die sie nie bekommen wollte, sagte der Vater Alon Nimrodi gramgebeugt, dass er sich »glücklich« fühle, endlich Gewissheit zu haben. Doch der »Kampf« sei erst vorbei, wenn alle restlichen Geiseln nach Israel zurückgekehrt seien. »Ad ha’chatuf ha’acharon – bis zur letzten Geisel.«

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