Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

PA-Präsident Mahmoud Abbas Foto: IMAGO/SNA

Seit 2014 fordern Israel und die USA ein Ende der sogenannten Pay-for-Slay-Praxis im Westjordanland, wo die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) offiziell regiert. Dabei erhalten aus dem Gefängnis entlassene Terroristen oder auch Familien getöteter Terroristen, die Israelis angegriffen beziehungsweise getötet haben, monatliche Renten.

Am 10. Februar 2025 hatte PA-Präsident Mahmuod Abbas ein Dekret unterzeichnet, das die Abschaffung der »Terror-Renten« besiegelte und versprach, in Zukunft Palästinenser nach ihrer sozioökonomischen Not zu unterstützen. Laut einem Bericht der israelischen NGO Palestinian Media Watch gehen die Zahlungen an Terroristen jedoch weiter. Zudem sei freigelassenen Terroristen Arbeit als PA-Sicherheitskräfte oder in der öffentlichen Verwaltung angeboten worden.

315 Millionen Dollar für 23.500 Terroristen

Im Jahr 2025 hätte die PA insgesamt 23.500 Terroristen etwa 315 Millionen Dollar ausgezahlt, so Itamar Marcus, Gründer und Direktor von Palestinian Media Watch, gegenüber dem »Jewish News Syndicate«.

Das Geld werde über zwei Programme geliefert, so Marcus weiter. Das eine setze freigelassene Terroristen auf die »Renten-Liste« oder besorge Jobs. Auf diese Weise hätten mehr als 10.000 Terroristen finanzielle Unterstützung erhalten. 230 Millionen Dollar seien es 2025 gewesen.
Das zweite Programm versorge Terroristen, die außerhalb der von der PA kontrollierten Gebiete leben. Dort hätten im vergangenen Jahr 86 Millionen Dollar rund 13.500 Empfänger erreicht, so Palestinian Media Watch. Angeblich soll die Empfänger-Zahl in diesem Jahr auf etwa 30.000 steigen, da 6000 weitere Personen als »Rentner« hinzugefügt worden seien, sagt Marcus.

Lesen Sie auch

»Sie bekommen immer noch ihr Geld, vor internationalen Kontrollen verborgen«, führt er fort und wirft der internationalen Gemeinschaft vor, nicht zu überprüfen, was die PLO in Jordanien, Libanon und Syrien auszahle. Die internationale Gemeinschaft prüfe auch nicht, wer im öffentlichen Dienst der PA angestellt und bezahlt werde. ja

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Flaggen, Glitzer und Herzchen für Noam

Tausende feiern das ESC-Finale am Strand von Tel Aviv – mit Tanz, Drag Queens, spontanen »Michelle«-Gesängen und Jubel über Israels zweiten Platz

von Sabine Brandes  17.05.2026

Zoo

Eine Elefantin als Ehrenbürgerin

Trauer und Neubeginn: Israels berühmtestes Wildtier ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihr ehemaliges Zuhause, der »Ramat Gan Safari Park«, zieht bald nach Tel Aviv

von Sabine Brandes  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Gazastreifen

Israel tötet Hamas-Militärchef

Iss al-Did al-Haddad gilt als letzter Drahtzieher der Massaker vom 7. Oktober

 17.05.2026

Meinung

Ein Mutmacher in trüben Zeiten

Die Abstimmung für Noam Bettan beim Eurovision Song Contest zeigt, dass sich die Bürger nicht so einfach von israelfeindlicher Propaganda beeinflussen lassen

von Daniel Killy  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Als die Zuschauer abstimmten, rutschte Israel deutlich nach oben

Das Zuschauervoting mit einer Abstimmung für Israels Ansehen zu verwechseln, wäre ein Fehler. Aber es sagt etwas über ESC-Fans

von Martin Krauss  17.05.2026