Luftfahrt

Israel will Bau eines neuen Flughafens in der Negev-Wüste beschließen

Eine Boeing 737-900ER von El Al Foto: picture alliance / NurPhoto

Israel steht vor der Entscheidung, einen weiteren internationalen Flughafen im Süden des Landes zu errichten. Nach jahrelangen Diskussionen kündigte die Regierung an, ein entsprechendes Projekt im nördlichen Negev auf den Weg zu bringen. Das Kabinett soll am Sonntag über den Standort Ziklag abstimmen, der westlich eines zuvor geprüften Areals bei Nevatim liegt. Israelische Medien berichteten.

Der geplante Flughafen soll in der Nähe mehrerer südisraelischer Städte entstehen, darunter Rahat, Netivot und Beersheba. In einer gemeinsamen Erklärung des Ministerpräsidentenamtes sowie der Ministerien für Verkehr und Finanzen hieß es, das Vorhaben sei Teil einer umfassenden Strategie zur wirtschaftlichen Stärkung des Negev. Die neue Infrastruktur werde »Tausende Arbeitsplätze schaffen, die lokale Wirtschaft stärken und dazu beitragen, die traditionelle Trennung zwischen Zentrum und Peripherie zu überwinden«, hieß es.

Die Entscheidung fiel nach einer interministeriellen Beratung unter Leitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Beteiligt waren Verkehrsministerin Miri Regev, Vizeminister Almog Cohen sowie Vertreter der Ressorts Finanzen, Verkehr und Verteidigung. Regev sprach laut »Times of Israel« von einer »historischen Entscheidung, die Israels Luftraum, Wirtschaft und den Negev stärkt« und betonte, man setze auf Umsetzung statt Ankündigungen.

Resilienz und Wachstum

Der Standort Ziklag war in der Vergangenheit umstritten. Planer hatten das Gebiet unter anderem wegen seiner Nähe zum Gazastreifen sowie wegen möglicher Überschneidungen mit militärischen Flugrouten und den An- und Abflugschneisen des Ben-Gurion-Flughafens abgelehnt.

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Finanzminister Bezalel Smotrich stellte den Zusammenhang zwischen Sicherheit und Wirtschaft in den Vordergrund. Der Flughafen verbinde »nationale Resilienz mit Wachstum« und schaffe moderne Infrastruktur dort, wo sie bislang gefehlt habe. Almog Cohen verwies darauf, dass nur wenige Kilometer vom künftigen Standort entfernt am 7. Oktober Hamas-Terroristen ihr Massaker verübten. Der Flughafen werde nun hochwertige Arbeitsplätze bringen und ein neues wirtschaftliches Ökosystem schaffen.

Der Bau eines zusätzlichen internationalen Flughafens soll vor allem den Ben-Gurion-Flughafen entlasten, Israels zentrales Luftverkehrsdrehkreuz. Dieser ist derzeit für rund 40 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Prognosen zufolge könnten bis 2050 jedoch bis zu 80 Millionen Reisende abgefertigt werden.

Bereits 2019 nahm Israel mit dem Ramon-Flughafen nahe Eilat einen weiteren Airport in Betrieb. Vor dem Gaza-Krieg wurde er auch von internationalen Billigfluggesellschaften genutzt, inzwischen dient er überwiegend dem Inlandsverkehr. im

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