Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Kühl: Majdal Shams auf den Golanhöhen Foto: Flash 90

Gedankt
Gilad Schalit hat sich bei Botschafter Andreas Michaelis für Deutschlands Vermittlungsbemühungen bei seiner Freilassung aus der Hamas-Gefangenschaft bedankt. »Gilad Schalit und sein Vater Noam haben mir einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben, in dem sie ihr und der Bundesregierung ausdrücklich für die Vermittlungsbemühungen danken, die von Deutschland ausgegangen sind«, erklärte Michaelis. »Wir freuen uns sehr, dass Gilad frei ist«, so der Gesandte nach dem Gespräch mit dem Soldaten und dessen Vater Noam in der deutschen Botschaft in Tel Aviv.

Geerbt
Über Nacht steinreich wurden zwei Brüder aus Israel. Oron und Roy Lusternik fanden zufällig einen Koffer im Haus ihres kurz zuvor verstorbenen Onkels. Darin steckten mitnichten alte Zeitungen, sondern 6,7 Millionen Dollar in bar. Die Männer, beide Immobilienmakler von Beruf, nahmen den wertvollen Fund an sich und teilten das Geld ganz brüderlich. Gar nicht familienfreundlich indes war das Tun für die Schwester des Verstorbenen – die Mutter der beiden. Die nämlich wäre die rechtliche Erbin des Vermögens gewesen. Außerdem fühlten sich die Steuerbehörden des Landes um einen erheblichen Anteil gebracht und veranlassten, dass die Lusterniks eingebuchtet werden.

Gegossen
Ob Anastassia Michaeli die Benimmschulungen für Knessetabgeordnete geschwänzt hat, wissen wir nicht. Tatsache aber ist, dass das Mitglied der Partei Israel Beiteinu recht zielsicher ist. In einer Sitzung des Bildungskomitees goss sie ihrem Kollegen Ghaleb Majadele einen Becher Wasser ins Gesicht, weil er Dinge sagte, die sie angeblich provozierten. Majadele ist wieder trocken, für Michaeli jedoch wird der Vorfall ein Nachspiel haben. Einen Monat lang ist sie von sämtlichen Knessetsitzungen suspendiert – die höchste Strafe, die jemals für unparlamentarisches Verhalten ausgesprochen wurde. Es war allerdings nicht der erste Fehltritt von Michaeli in Sachen gutes Benehmen.

Geschneit
Bibbern ist dieser Tage im Nahen Osten angesagt. Ungewöhnlich kalte Temperaturen mit bis zu null Grad an der Küste lassen die Menschen in den größtenteils unbeheizten Häusern schlottern. Winterfans indes freuen sich über das Tiefdruckgebiet, das dem Hermon die ersten Flocken des Jahres bescherte. 20 Zentimeter Neuschnee fielen auf der Spitze des Berges in den Golanhöhen. Mit über einem Meter der weißen Pracht sind die Ski- und Rodelpisten jetzt für diese Saison geöffnet. Der Tourismusverband der Region freut sich über eine 90-prozentige Auslastung der Hotels und Pensionen für das kommende Wochenende.

Geschlossen
Wer am Montagmorgen ins Bürgerbüro wollte, fand sich vor verschlossenen Türen. Auch Sozialarbeiter, Müllmänner sowie Sicherheitsleute vor Schulen und Kindergärten blieben der Arbeit fern. Städte und Gemeinden im Land haben sich zu einem unbefristeten Streik zusammengeschlossen. Der Grund sind die geplanten Kürzungen der Regierung für städtische Ausgaben – nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern insgesamt mehr als zwei Milliarden Schekel. Hinzu kommt Innenminister Eli Yishais Plan, die Steuer auf Wohneigentum zu senken, eine erhebliche Einnahmequelle der Gemeinden. Es gibt jedoch auch gute Nachrichten für genervte Bürger. Mülltonnen werden bis auf Weiteres nicht geleert, dafür ist Parken jetzt überall kostenlos möglich – denn auch die Knöllchenverteiler sind im Streik.

Geeist
Ein Desaster für Israels Leckermäuler: Häagen-Dazs-Eis ist nicht koscher. In vielen Supermärkten und Kiosken ist die gefrorene Süßigkeit vertreten und findet reißenden Absatz. Entsprechend einer Verkündung des Obersten Rabbinats ist Häagen-Dazs allerdings von keiner Behörde als koscher ausgezeichnet worden. Geschäfte, die das Eis weiterhin anbieten, könnten ihr Kaschrut-Zertifikat verlieren. Grund ist die Herstellung mit flüssiger statt pulverisierter Milch. Flüssigmilch, die von Nichtjuden ohne jüdische Überwachung produziert wird, gilt als nicht koscher, Milchpulver indes schon.

Gewonnen
Nach dem Nobelpreis gilt der Wolf-Preis als prestigeträchtigste Auszeichnung in der Welt der Wissenschaft und Kunst. Die internationale Trophäe, die jährlich in Israel verliehen wird, geht in diesem Jahr an den heimischen Physiker Jacob Bekenstein für seine Forschung über die Thermodynamik schwarzer Löcher. Seit 1978 wird der Wolf-Preis für »Errungenschaften mit Bedeutung für die Menschheit, für freundschaftliche Beziehungen zwischen Völkern, gleich welcher Nationalität, Rasse, Farbe, Religion, Geschlecht oder politischer Ansichten« vergeben. Neben Bekenstein werden der spanische Tenor Plácido Domingo, der Dirigent der Berliner Philharmoniker, Simon Rattle, sowie fünf Wissenschaftler aus den USA ausgezeichnet. Ein Drittel der bisherigen Empfänger dieser Auszeichnung wurde später zu Nobelpreisträgern.

Jerusalem

Ein Diplomat für die christliche Welt

George Deek soll als Sondergesandter Schadensbegrenzung betreiben und »die Beziehungen weltweit vertiefen«

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Untersuchungskommission

Hamas-Massaker: Unruhen im Gerichtssaal

Israel ist noch immer auf der Suche nach Antworten für die Versäumnisse vor dem 7. Oktober

von Sabine Brandes  23.04.2026

Jom Haazmaut

Trump erhält Israel-Preis für besondere Verdienste um das jüdische Volk

Nach Angaben des israelischen Bildungsministeriums erhält der amerikanische Präsident den Preis in der Kategorie »besondere Verdienste um das jüdische Volk«

 23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026

Jom Haazmaut

Herzog ehrt Soldaten am Unabhängigkeitstag – Armee zu neuer Offensive bereit

»Herausragende Soldaten lernen in normalen Jahren die Schlachten der Vergangenheit – aber ihr kämpft die Schlachten, die künftige Generationen studieren werden«, sagt der Präsident zu IDF-Angehörigen

 23.04.2026

Israel

Ein Kind nach dem Tod

Israelische Richter erlauben der Familie der getöteten Geisel Yotam Haim die Verwendung von dessen Sperma, um einen Enkel zu zeugen

von Sabine Brandes  23.04.2026

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026