Kurzmeldung

Auf die Schnelle

Beyoncé Foto: imago

Auszug
Amichai Rab stammt aus Netanja und reiste vor einer Weile um die Welt. Typisch für junge Israelis, die ihren Militärdienst abgeschlossen haben. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass er Fotos von seinem Trip in sozialen Netzwerken postete. Allerdings sieht Rab darauf meist für den normalen Geschmack etwas ungewöhnlich aus. Denn er ist nackt. Mit seinen freizügigen Auftritten schuf er den Trend des »Birthday suit tourism«. Wobei mit Geburtstagsanzug kein schickes Outfit gemeint ist, sondern »wie Gott ihn schuf«. Alles fing an mit einem Ausflug nach Südamerika, »wo es so heiß war, dass ich einfach etwas dagegen unternehmen musste«. Nun gibt es immer mehr Reisende, die Rab nach-
ahmen.

Verhaftung
Die Polizei hat am Montag einen hohen Fußballfunktionär zusammen mit einem berühmt-berüchtigten Kriminellen festgenommen. Beide stehen unter dem Verdacht, Geschäftsleute erpresst zu haben. Die verdeckten Ermittlungen einer Sondereinheit der Polizei hatten Monate gedauert. Die Behörden gehen davon aus, dass der Mafiaboss Helfershelfer beauftragt hatte, die Eigentümer von großen Veranstaltungshallen zu überreden, eine Geschäftsbeziehung einzugehen. War der Vertrag unterschrieben, meldete sich der Kriminelle persönlich und forderte einen größeren Anteil. Wurde dem nicht entsprochen, erpresste das kriminelle Team die Geschäftsleute, so die Polizei.

Ausschreibung
Israels Minister wollen keinen BMW mehr fahren. Aus Angst, die Öffentlichkeit, könnte sie dafür als zu verschwenderisch kritisieren – wie bei dem ultraorthodoxen Vize-Gesundheitsminister Yaakov Litzman geschehen, der das bayerische Gefährt während seiner Amtszeit genoss. Mit Kleinwagen werden die Staatsbediensteten aber dennoch nicht
herumfahren. Am Wochenende veröffentlichte die Regierung eine Ausschreibung über teure Hybridautos für ihre Mitglieder. Für die Gewinner der Ausschreibung wäre der Deal eine hervorragende Werbung. Viele Minister leasen ihre Luxuskarossen, doch das kommt den Staat im Endeffekt teurer zu stehen als der Kauf.

Vorschlag
Die syrische Opposition würde gern ein Geschäft mit Israel machen. Gegen Bares und militärische Hilfe wollen die Rebellen angeblich den Golan verkaufen. So steht es zumindest in der arabischen Zeitung Al-Alam geschrieben, die zu den iranischen Staatsme- dien gehört. In einem Interview habe der prominente Anführer der Opposition, Kamal al-Labwani, gesagt, es sei besser, den Golan zu verlieren, als den Golan und ganz Syrien dazu. Man wolle Hilfe von Jerusalem im Kampf gegen den Noch-Präsidenten Baschar al-Assad und die Überwachung einer Flugverbotszone, um die Rebellenstellungen im Süden des Landes zu schützen. Es ist allerdings äußerst unwahrscheinlich, dass sich Israel auf einen derartigen Vorschlag einlassen würde, hat sich der Nachbar doch seit Beginn des Bürgerkrieges vor vier Jahren konsequent aus dem Konflikt herausgehalten.

Ankündigung
Eigentlich hätte sie schon vor zwei Jahren kommen sollen, zumindest Gerüchten zufolge. Doch Beyoncé blieb zu Hause. Nun aber hat sie ihre Fans im Heiligen Land erhört. Am 15. Juni soll der amerikanische Superstar im Tel Aviver Hayarkon-Park auftreten. Drei einheimische Produktionsfirmen haben sich um die Ausrichtung des Events beworben. Es wäre das erste Konzert von Beyoncé in Israel. Sie reiht sich damit in eine ganze Riege internationaler Stars ein, die in diesem Jahr in Tel Aviv auftreten, darunter Lady Gaga, The Rolling Stones, Neil Young und Justin Timberlake.

Kino
Noch immer ist der Kampf um die Öffnung eines Kinos am Schabbat in Jerusalem nicht vorüber. Obwohl die Regierung entschieden hatte, dass das Lichtspieltheater am Ruhetag geschlossen bleiben muss, hatte das Oberste Gericht beschlossen, dass über die Öffnungszeiten im Stadtrat entschieden werden müsse. Das 125 Millionen teure Multiplexkino, das vor zwei Wochen seine Pforten geöffnet hatte, war den Ultraorthodoxen in der Stadt ein Dorn im Auge, seit die Betreiber erklärt hatten, auch am Schabbat Filme zeigen zu wollen. Ofer Berkowitz von der Partei »Jerusalem wacht auf«, die sich gegen extreme religiöse Vorschriften in der Stadt stark macht, erklärte, das Urteil sei eine Errungenschaft.

Wirtschaft

Israel hofft auf mehr Touristen

Kriege und Konflikte in der Region haben den Israel-Tourismus einbrechen lassen. Nun hofft das staatliche Tourismusbüro auf steigende Nachfrage. Es wertet aktuelle Zahlen als positiven Trend

 13.01.2026

Verkehr

Eine Stadt tritt auf die Bremse

Im Kampf gegen Staus führt Tel Aviv die 30er-Zone fast im gesamten Stadtgebiet ein

von Sabine Brandes  13.01.2026

Ehemalige Geiseln

»Es war ganz und gar unmenschlich«

David Cunio wusste zwei Jahre lang nicht, ob seine Brüder noch leben. In einem Interview erzählt er jetzt ausführlich über den Horror in Gaza

von Sabine Brandes  13.01.2026

Meinung

Die Hamas muss sich entscheiden: Deal or no deal?

Die Terrororganisation hält sich nicht an das Waffenstillstandsabkommen mit Israel und verzögert so dessen Umsetzung. Der Druck auf die Hamas muss nun unbedingt erhöht werden

von Sarah Cohen-Fantl  13.01.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel warnt: Die Hamas gibt nicht auf

»Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens«, sagt Eitan Mor

 13.01.2026

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026