Terroranschlag

Ganz Israel trauert

Stabschef Herzl Halevi bei der Lagebesprechung am Tatort. Foto: IDF

Nach dem palästinensischen Terroranschlag vom Dienstag sind die vier getöteten Israelis benannt worden. Es handelt sich bei den Opfern um den 21-jährigen Harel Masood aus Yad Binyamin, Nachman Mordoff (17) sowie Ofer Fayerman (64) und den 17-jährigen Schüler Elisha Anteman, beide aus der Siedlung Eli im Westjordanland, wo der Angriff stattgefunden hatte.

Die israelische Armee IDF gab an, dass zwei Täter in ein Humus-Restaurant neben einer Tankstelle an der Schnellstraße 60 eindrangen und dort drei Menschen erschossen. Draußen töteten sie Fayerman, der gerade sein Auto betankte. Vier weitere Opfer sind verwundet, darunter der Sicherheitsmann, der einen der Täter erschoss, Moral Nikel. Der zweite Angreife konnte zunächst im Auto fliehen, doch Soldaten der IDF töteten ihn auf der Flucht.

BEILEID »Heute wurde neben der Gemeinde Eli ein schockierender und abscheulicher Terroranschlag verübt. Aus tiefstem Herzen spreche ich den Familien der Ermordeten mein Beileid aus, möge Gott sie rächen, und im Namen des gesamten Volkes. Ich sende den Verwundeten meine besten Wünsche für eine baldige Genesung«, schrieb Premierminister Benjamin Netanjahu nach dem Anschlag.

»Wir haben in den letzten Monaten bereits bewiesen, dass wir ausnahmslos mit allen Mördern abrechnen. Diejenigen, die uns angegriffen haben, liegen entweder im Grab oder sind im Gefängnis, und so wird es auch hier sein. Ich möchte alle, die uns schaden wollen, daran erinnern: Alle Optionen sind möglich. Wir werden den Terrorismus weiterhin mit aller Kraft bekämpfen und ihn besiegen.«

»Wir werden die Situation prüfen und sehen, ob wir drastischer handeln müssen.«

IDF-sprecher Daniel hagari

Militärsprecher Daniel Hagari sagt, dass beide Terroristen wahrscheinlich mit der Hamas verbunden waren. Nach dem Angriff lobte die Terrororganisation die Tat, übernahm jedoch keine Verantwortung. Ihr Sprecher sagte, dass »die Schüsse in Eli eine Reaktion auf Israels Verbrechen sind, die im Flüchtlingslager Dschenin begangen wurden, und auf die Aggression gegen die Al-Aqsa-Moschee«.

Am Montag hatten die israelischen Streitkräfte eine Anti-Terror-Aktion in der Stadt Dschenin im nördlichen Westjordanland durchgeführt, bei der sechs Palästinenser getötet und sieben israelische Soldaten und Grenzpolizisten verletzt wurden.

TRUPPEN Hagari führte aus, dass Stabschef Halevi die Verstärkung der Truppen im gesamten Sektor angeordnet habe. Mit Blick auf die Aufrufe von Politikern, einen Militäreinsatz anzukündigen, sagte er vor Journalisten: »Wir werden die Situation prüfen und sehen, ob wir drastischer handeln müssen.«

Verteidigungsminister Yoav Gallant besprach sich am Abend mit IDF-Stabschef Herzl Halevi, dem Leiter des Schin Bet-Inlandsgeheimdienstes, Ronen Bar, und anderen hochrangigen Sicherheitsbeamten.

MASSNAHMEN Mehrere Koalitionsmitglieder, vor allem Rechtsaußenpolitiker, fordern jetzt eine Militäroperation im Westjordanland. Auch Benny Gantz, Parteivorsitzender der Nationalen Einheit und einstiger Verteidigungsminister, gab an, die Opposition werde eine verantwortungsvolle Reaktion unterstützen. »Derzeit sind entschlossene und verantwortungsvolle Maßnahmen unter Führung der Sicherheitskräfte erforderlich.«

»Ich kann nicht glauben, dass ich deine Grabesrede halte.«

gil Masood

Am späten Dienstagabend stürmten gewalttätige Siedler mehrere palästinensische Orte im Westjordanland und zündeten Fahrzeuge und Felder an. Palästinenser berichteten, dass die Leute in Autos durch die Städte und Dörfer rasten und nach Vergeltung schrieen. Drei Israelis wurden im Anschluss festgenommen, berichtete die israelische Website Ynet News.

BEERDIGUNGEN Noch in der Nacht vom Dienstag wurden Elisha Anteman und Harel Masood beerdigt. »Ich kann nicht glauben, dass ich Deine Grabrede halte, ein Vater spricht nicht die Grabrede für seinen Sohn«, sagte Gil Masood während der Beisetzung. »Mein Harel, ich sehe all deine vielen Freunde hier, wenn du es sehen würdest, wäre es dir peinlich. Ich sehe deine Freunde und werde an dich erinnert, sehe ihre Liebe für das Land Israel. Das ist ein böser Traum.« Der 21-Jährige hatte erst vor Kurzem den Dienst in einer Kampfeinheit der Armee beendet.

Der 17-jährige Schüler Anteman hatte als Kellner in dem Humus-Restaurant gearbeitet, als er getötet wurde. Die Jeschiwa-Oberschule Bnei Akiwa, an der er lernte, lobte ihn als »wundervollen Schüler, der stets seine Ziele verfolgte«.

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