Jüdische Filmtage München

Zum Auftakt ein Thriller

Szene aus »Ein Körnchen Wahrheit« Foto: Tomasz Urbanek

Nach einer Messerstecherei mit tödlichem Ausgang in der Silvesternacht in Elk im Nordosten Polens kam es dort Anfang Januar 2017 zu fremdenfeindlichen Krawallen.

Ganz nah an solchen Realitäten im postkommunistischen, rechtskonservativen Polen liegt auch der Kriminalfilm, mit dem die 8. Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz am Donnerstag, 19. Januar, um 19 Uhr beginnen. Ziarno Prawdy, zu Deutsch Ein Körnchen Wahrheit, erzählt von einer Mordserie in einer polnischen Kleinstadt, die umgehend mit uralten, offensichtlich unausrottbaren antisemitischen Vorurteilen assoziiert wird.

ritualmord Nach seiner Scheidung hat sich der Top-Ermittler Teodor Szacki, dargestellt von dem polnischen Filmpreisträger Robert Wieckiewicz, nach Sandomierz, eine malerische Kleinstadt im Südosten Polens, zurückgezogen. Es ist ihm jedoch nicht vergönnt, es dort ruhiger angehen zu lassen. Szacki muss rasch feststellen, dass sein neues Zuhause die jahrhundertealte Geschichte antijüdischer Gräuel keineswegs überwunden hat.

Der erste Tatort entpuppt sich als Standort einer ehemaligen Synagoge. Und mit der Zahl der Mordopfer wächst der Druck auf den Chefermittler, den rätselhaften Fall zu lösen, bevor allgemeine Hysterie, Antisemitismus, Xenophobie, Ritualmordgerede und Medienrummel eine explosive Mischung ergeben. Wo Rauch ist, muss auch Feuer sein, besagt der Volksmund – auch wenn dies bekanntlich nicht immer zutreffend sein muss.

Das Drehbuch zu dem auf Deutsch im Piper-Verlag veröffentlichten Buch stammt von Zygmunt Miloszewski und Borys Lankosz. Es basiert auf dem Bestseller des früher als Journalist für Newsweek Polen tätigen Miloszewski, der sich mit seiner Trilogie um Detektiv Szacki in die erste Reihe europäischer Autoren schrieb. Die New York Times schrieb: »Platz da, Skandinavien! Hier kommen die polnischen Ermittler.«

oscars Borys Lankosz, der bei der Verfilmung auch Regie führte, absolvierte die Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Lódz – wie vor ihm auch schon Oscarpreisträger Roman Polanski und die polnische Regielegende Krzysztof Kieslowski. Mit Rewers war Lankosz 2010 im Rennen um den Oscar für den besten ausländischen Film. Sein Werk Ziarno Prawdy (2014) war unter anderem auf jüdischen Filmfestivals in England, Israel, Kanada und den Vereinigten Staaten zu sehen.

Das IKG-Kulturzentrum präsentiert die polnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Bei der Münchner Aufführung wird Drehbuchautor und Regisseur Borys Lankosz anwesend sein. Das Gespräch mit ihm führt der Historiker und Osteuropa-Kenner Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte München.

Karten für die Filmvorführung unter 089/ 20 24 00 491 und an der Abendkasse.

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026