Stuttgart

Spendable Schwaben

Gefragt: alle Produkte rund um das Tote Meer Foto: Edgar Layher

»Geben Sie, geben Sie reichlich, geben Sie mehr!« Ohne Umschweife pflegte Meinhard Tenné, heute Ehrenvorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, Großzügigkeit einzufordern, als die Eröffnung des WIZO-Basars noch von Reden begleitet wurde. Doch halt! Er ist kein Schnäppchenmarkt, kein billiger Jakob, er soll Gewinn abwerfen, damit auch die Stuttgarter WIZO-Gruppe das Beith-Heuss-Familientherapiezentrum in Herzliya unterstützen kann.

Weil die selbst gestellte Aufgabe der Women’s International Zionist Organisation seit der Gründung bis heute gilt: »Wir wollen und müssen Israel bei seinen sozialen Aufgaben entlasten«, sagt Angelika Jung-Sattinger vom Vorstand. Nach dem erfolgreichen 29. Basar am Sonntag, der kurz vor dem Lichterfest zum Chanukka-Basar erklärt wurde, kann sie 15.000 Euro überweisen.

Stammkunden Denn die vielen Freunde, Liebhaber und Stammkunden dieses besonderen Basars bedürfen der Appelle und Aufforderungen nicht mehr. Kaum fasste der Saal im be- nachbarten Rupert-Mayer-Haus den nicht abreißenden Andrang von morgens bis abends. Längst ist den meisten Besuchern der Name Beith Heuss ein Begriff.

Sie wissen um die Verbindung dieses Hauses mit dem ersten Bundespräsidenten in Deutschland, Theodor Heuss, und dem Müttergenesungswerk seiner Frau Elly Heuss-Knapp und dass in diesem überkonfessionellen Familientherapiezentrum für alle israelischen Staatsbürger, ob Juden, Araber oder Drusen, ein wichtiger Beitrag zum Frieden in diesem Land geleistet wird. Für den Wunsch, dabei mithelfen zu können, wurde die schwäbische Tugend der Sparsamkeit gern vergessen und zugegriffen.

Freude Was Angelika Jung-Sattinger, Bertilla Jontofson, Julia Vamosi, Sarah Wurmser und Ganna Rubin von WIZO Stuttgart für den Basar eingekauft haben, macht das Spenden zur ganz eigennützigen Freude und enthebt obendrein der Suche nach ausgefallenen Geschenken: armenische Keramik, Kosmetik mit Mineralien aus dem Toten Meer, Kerzen mit Blüten und raffinierte Seifen, Weine aus den Kellereien Barkan, Früchte, Gewürze und Spezialitäten aus der jüdisch-israelischen Küche, Bücher, Schmuck und Handarbeiten von Ganna Rubin und ihren Freundinnen. Dazu Edel-Schmattes für Flohmarkt-Liebhaber und eine reich bestückte Tombola.

»Mein Herz schlägt für Israel«, bekannte Rita von Bühler, die am dicht umlagerten Kosmetikstand für Nachschub sorgte. Seit 13 Jahren zählt sie zum Freundeskreis der WIZO und unterstützt wie Traute Peters oder Eva Schäfer treu deren Arbeit. Jetzt können sie auch aufgenommen werden, denn eine Satzungsänderung, vom Dachverband abgesegnet, ermöglicht auch nichtjüdischen Damen die Mitgliedschaft. »Das Interesse daran ist groß«, registrierte Bertilla Jontofson hocherfreut. Schließlich brauchen die 60 WIZO-Damen in Stuttgart jede helfende Hand. Ehemänner und Söhne, die sich beim Basar gern einspannen ließen, eingeschlossen.

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026