Initiative

Mehr Erinnerungskultur für Schüler

Vor dem Hintergrund des wachsenden Antisemitismus will die Bundesregierung das Geschichtsbewusstsein junger Menschen stärken. Dafür sollen in diesem und im kommenden Jahr bundesweit 500 Fahrten zu NS-Gedenkstätten angeboten werden, an denen über 10.000 Jugendliche teilnehmen können. Finanziert werden sollen die Besuche aus dem Bundesprogramm »Jugend erinnert«, wie Außenminister Heiko Maas und Familienministerin Franziska Giffey (beide SPD) am Dienstag nach einem Treffen mit Schülern in Berlin bekannt gaben.

»Wir möchten mehr jungen Menschen den Besuch eines NS-Lernorts ermöglichen«, sagte Giffey. Die beiden Minister sprachen zuvor mit Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Informationszentrum am Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Die Schüler hatten den Politikern dabei von ihren Eindrücken von Gedenkstättenfahrten berichtet.

Jugendliche sollen auch bisher weniger bekannte NS-Erinnerungsorte wie Majdanek, Treblinka und Maly Trostenez besuchen.

»Keine Erzählung kann die Emotionen auslösen, wie es der Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers kann«, sagte die Familienministerin. Maas sagte, dass das Programm »Jugend erinnert« auch zum internationalen Austausch mit Jugendlichen aus Israel, Polen und anderen Ländern Osteuropas beitragen soll. Die Gedenkstätten seien Orte des Lernens und der Erinnerung an die beispiellosen Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus, sagte Maas.

Das Programm »Jugend erinnert« wurde bereits im vergangenen Sommer mit einer Fördersumme von insgesamt fünf Millionen Euro ins Leben gerufen. Ziel ist es, neben Gedenkstättenfahrten weitere praxisnahe Angebote in Zusammenarbeit mit Historikern und Bildungsexperten zu entwickeln. Den Jugendlichen soll damit eine »persönliche Auseinandersetzung mit Diktatur und Gewalt« ermöglicht werden, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zum Start des Programms erklärt hatte.

Gezielt will »Jugend erinnert« auch den Besuch von bislang weniger bekannten NS-Erinnerungsorten wie Majdanek und Treblinka in Polen, Maly Trostenez in Weißrussland oder Theresienstadt in Tschechien unterstützen. Das Auswärtige Amt fördert die Projekte mit 1,15 Millionen Euro. Das Bundesprogramm »Jugend erinnert« richtet sich an Menschen von 14 bis 26 Jahren.

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026