30. Jüdische Kulturtage Berlin

Konzerte, Filmpremieren, Theater

Gestalten das vielseitige Programm: Ilja Richter, Sara Nachama, Gerhard Kämpfe, Boris Aljinovic (v.l.) Foto: Uwe Steinert

Unter dem Titel »Shalom Berlin« lädt die Jüdische Gemeinde vom 4. bis 12. November zu den 30. Jüdischen Kulturtagen ein. Am Mittwoch vergangener Woche stellten die Veranstalter das vielseitige Programm in der Synagoge Rykestraße vor. Dort wird am 4. November der israelische Sänger und Eurovision‐Teilnehmer David D’Or die Kulturtage eröffnen. Es ist sein erster Auftritt in Deutschland. Das neuntägige Programm reicht von Klezmer‐ und Heavy‐Metal‐Konzerten über Chansonabende und Theateraufführungen bis hin zu Filmpremieren, Ausstellungen und Lesungen.

Intendant Gerhard Kämpfe, der die Jüdischen Kulturtage im vergangenen Jahr als Festivalchef übernahm, freut sich auf viele Highlights und Premieren im Jubiläumsjahr. So können sich Besucher am 6. November etwa auf eine Leonard‐Cohen‐Hommage im Varieté Wintergarten sowie auf einen experimentierfreudigen Rockmusikabend mit der israelischen Band »Orphaned Land« freuen, die Metal mit orientalischen Folk‐Klängen mixt und gemeinsam mit dem Berliner Heavy‐Metal‐Chor »Stimmgewalt« auftreten wird.

lebensfreude Ebenfalls aus Israel kommt Tomer Maizner – der DJ, Percussionist und Produzent tritt am 11. November im Partyklub »The Pearl« auf. Weitere Abende gestalten unter anderem die Schauspieler Ilja Richter, Boris Aljinovic und Nadine Schori sowie die Musikerin und Schauspielerin Sharon Brauner.
Schwerpunkt der 30. Jüdischen Kulturtage sei »die Lebensfreude«, sagte Gemeindechef Gideon Joffe.

Doch es werden auch nachdenkliche Töne erklingen. So wird etwa Ute Lemper mit der Deutschlandpremiere ihres Programms »Songs for Eternity« am 6. November Lieder aus Ghettos und Konzentrationslagern der Jahre 1942 bis 1944 singen – Lieder, die Lemper zusammen mit dem italienischen Pianisten und Musikforscher Francesco Lotoro weltweit zusammengetragen hat.

Eine weitere Deutschlandpremiere hat der portugiesische Film Der Konsul von Bordeaux, der am 8. November im Kino Babylon in Berlin‐Mitte gezeigt wird. Der Film erzählt die Geschichte des »portugiesischen Schindler« Aristides de Sousa Mendes, der als Generalkonsul Portugals in Bordeaux im Jahr 1940 trotz strikten Verbots seiner Regierung 30.000 Visa ausstellte und so unter anderem 10.000 Juden das Leben rettete.

preis Am 7. November wird zudem im Gemeindehaus der Heinz‐Galinski‐Preis an den langjährigen DIG‐Präsidenten Reinhold Robbe verliehen. Ebenfalls eingebettet in die Kulturtage ist die Gedenkveranstaltung der Gemeinde am 9. November in der Fasanenstraße.

Zum Abschluss am 12. November in der Synagoge Rykestraße dominiert dann wieder die Lebensfreude bei dem Konzert mit »Frank London’s Klezmer Brass All Stars« und der auf Jiddisch singenden New Yorker Sängerin Eleanor Reissa.

Schirmherr der erstmals 1987 veranstalteten Jüdischen Kulturtage ist Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Der Berliner Senat fördert das Festival jährlich mit rund 250.000 Euro.

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