Nachruf

Haus- und Hofarchitektin der Gemeinde

Ruth Golan-Zareh sel. A. Foto: Margrit Schmidt

Nachruf

Haus- und Hofarchitektin der Gemeinde

Zum Tod der Baumeisterin Ruth Golan-Zareh sel. A.

von Christine Schmitt  04.06.2012 19:36 Uhr

Ruth Golan-Zareh sel. A. sei mit Herzblut an die Projekte herangegangen, sagt der ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Albert Meyer. Sie habe ein starkes Einfühlungsvermögen für die Sanierung der Synagoge Rykestraße bewiesen, meint Meyer, der als damaliger Vorsitzender das Vorhaben betreute. »Sie hat gute Arbeit geleistet.«

Ruth Golan-Zareh ist Ende Mai gestorben und am vergangenen Freitag auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt worden. Die gebürtige Israelin hatte gemeinsam mit ihrem Mann Kay Zareh in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Gebäude gebaut und saniert. Sie war so etwas wie die »Haus- und Hofarchitektin« der Gemeinde.

Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem Projekte wie die Modernisierung der Synagoge Joachimstaler Straße zwischen 1985 und 1999, die Erweiterung der Gemeinde-Kita an der Delbrückstraße, der Umbau der Jüdischen Oberschule in der Großen Hamburger Straße 1994, die Turnhalle in der Oranienburger Straße und das 2005 eröffnete Lapidarium auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee.

Puzzleteil Das international am meisten beachtete Bauvorhaben des Ehepaars aber war die Restaurierung der Synagoge Rykestraße im Prenzlauer Berg, die 2007 wiedereröffnet werden konnte. Die Aufgabe von Ruth Golan und Kay Zareh glich damals einer Detektivarbeit. Eine Einweihungsschrift war das einzige Puzzleteil, das Auskunft über die originale Gestaltung der Synagoge gab.

Ebenso hat sie eine eigene Ewige Lampe für die Synagoge Hüttenweg entworfen und der Beterschaft gespendet. »Sie stellte gute Pläne auf, konnte sie gut umsetzen und war auch in der Beschaffung von Geldern für die Bauprojekte geschickt«, sagt Meyer. Ruth Golan wurde 1944 in Jerusalem geboren und kam 1966 zum Architekturstudium an die Technische Universität nach Berlin. Seit 1972 betrieb sie mit ihrem Mann Kay Zareh ein gemeinsames Architekturbüro. In den 80er-Jahren studierte sie ebenfalls an der Technischen Universität zudem noch Landschaftplanung.

1988 gewannen die Entwürfe der beiden Architekten den Wettbewerb für die Errichtung des Spandauer Mahnmals für die Schoa-Opfer und für die zerstörte Synagoge. 20 Jahre später bekamen sie den Auftrag, auch noch die Mahnmalserweiterung mit den Namen der Opfer zu gestalten. Doch noch vor dem ersten Spatenstisch verstarb Ruth Golan-Zareh. Sie hinterlässt ihren Ehemann Kay Zareh und ihren Sohn Daniel.

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025