Jewrovision

»Eine große Gemeinschaft«

Karlotta von Bormann (l.) und Judith Steinhauer Foto: U. v. Hoensbroech

Jewrovision

»Eine große Gemeinschaft«

Judith Steinhauer und Karlotta von Bormann vom Kölner JuZe Jachad über Proben, positiven Stress und Motivation

von Ulrike Gräfin Hoensbroech  01.02.2019 12:26 Uhr

Frau Steinhauer, Sie sind seit 2010 bei der Jewrovison dabei. Ist das für Sie mittlerweile Routine?
Keineswegs! Jede Vorbereitung und jeder Auftritt sind von Neuem eine große Herausforderung. Und da ich seit knapp einem Jahr die Leiterin des Jugendzentrums der Gemeinde bin, trage ich erstmals für den Kölner Auftritt die Gesamtverantwortung. Das ist für mich so spannend, dass ich manchmal sogar davon träume.

Für Sie, Frau von Bormann, ist es das erste Mal ...

Genau. Ich freue mich riesig, dies erleben zu dürfen. Ich stehe zwar nicht selbst auf der Bühne. Aber ich bin verantwortlich für unseren Chor, unser Lied und unseren Text.

Mit welchem Lied nähern Sie sich dem diesjährigen Thema der Jewrovison, »Chai«?

Das wollen wir noch nicht verraten. Nur so viel: Es ist ein sehr einprägsames Lied. Jeder kennt es, und jeder könnte dazu tanzen.

Wie lief die Vorbereitung ab?
Das Wichtigste ist, zunächst einmal ein Lied zu haben und darauf dann das Konzept aufzubauen. Wir hatten zum Thema »Chai« ein Lied und auch schon ein Konzept. Doch als wir den Song eingereicht haben, war er bereits vergeben und somit geblockt. Darauf waren wir nicht vorbereitet.

Sie hatten keinen Plan B?

Genau. Ich hatte schon ein bisschen Panik. Wir haben alle wild nach einer Alternative gesucht. Unser Geschäftsführer David Klapheck hat uns schließlich sehr geholfen. Durch ihn haben wir ein Musikstück gefunden, auf das wir unser Konzept, unsere Choreografie und unser Bühnenbild aufbauen konnten. Wir haben ein Regiebuch geschrieben und uns die passenden Tanzeinlagen überlegt, die ich in den vergangenen Wochen mit den Jugendlichen einstudiert habe. Und parallel dazu haben wir auch noch nach und nach einen eigenen Text für das Lied entworfen.

Seit wann proben Sie?
Seit etwa zwei Monaten. Zeitweise zweimal in der Woche mit 15 Tänzern und sechs Sängern im Alter von zwölf bis 18 Jahren.

Wie waren die Proben: Mussten Sie dabei manchmal die Gruppe besonders motivieren?

Sicherlich gab es auch einmal den einen oder anderen Durchhänger. Aber dann habe ich darauf hingewiesen: Leute, wir stehen auf einer Bühne, auf der schon Justin Timberlake, Bruno Mars und andere Superstars aufgetreten sind – und jetzt kommen wir. Was für ein krasser Ort! Und jetzt kommt auch noch Netta, extra für uns und alle Teilnehmer der Jewrovision.

Wie haben Sie die Proben wahrgenommen, Karlotta?

Es war einfach fantastisch zu erleben, wie wir alle zu einer großen Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Das war ja fast immer nur positiver Stress. Ich freue mich schon auf unsere Busfahrt nach Frankfurt. Da reisen auch unsere Fans mit, die uns vor Ort unterstützen. Wie ein großer Familienausflug.

Und mit welchem Ergebnis wollen Sie nach Hause fahren?

Wenn wir alle dieses Gemeinschaftserlebnis Jewrovision hatten und danach wie eine glückliche Familie zurückkehren, ist das viel mehr wert als die Platzierung. Natürlich erhofft man sich, weit vorne zu landen. Aber wir nehmen es, wie es kommt. Im vergangenen Jahr waren wir die besten Elften aller Zeiten.

Das Gespräch führte Ulrike von Hoensbroech.

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