Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Foto: Getty Images

Das Tech-Unternehmen OpenAI hat offenbar eine massive und aufwendige russische Desinformationskampagne aufgedeckt. Maskiert als angeblicher israelischer Thinktank promotete die Kampagne demnach über eine eigene Website, erfundenen Experte und Rankings über Monate Kreml-Narrative.

Unter dem Namen »International Burke Institute« (IBI) gab es eine Liste, auf denen teils reale Intellektuelle wie Francis Fukuyama und Noam Chomsky standen, die damit tatsächlich nichts zu tun hatten. Andere waren offenbar frei erfunden Personen. OpenAI untersuchte 36 Artikel auf der Website, von denen 34 aus echten Quellen gestohlen waren.

Als Partner waren Insititutionen wie die UNO, UNESCO, UNICEF, die Weltbank und das Friedensforschungsisntitut SIPRI aufgeführt und verlinkt, die offenbar allesamt nichts mit dem ominösen Institut zu tun hatten.

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Einem eigenen »Soveräntitätsindex« zufolge liegt Russland vor den USA, Frankreich, Deutschland und der EU. Doch formell versuchten die Betreiber offenbar jegliche Verbindung zu Russland zu verschleiern. Um ChatGPTs Zugangsbeschränkung für Russland zu umgehen, nutze man offenbar VPN-Tunnel.

Doch dabei machten die Hintermänner offenbar einen Fehler: Sie übersahen, das eine mutmaßlich maschinelle Übersetzung aus der deutschen »Ampel«-Koalition die Svetofor-Koalition gemacht hatte. Svetofor bedeutet im Russischen (und einigen anderen slwaischen Sprachen) Ampel, aber kein Deutsch- oder Englischsprecher würde den Begriff im Normalfall verwenden.

Neben der Website betrieben die Hinterleute dem Bericht zufolge auch ein aufwendiges Netz teils reichweitenstarker Telegram-Kanäle - unter anderem einen amerikanischen mit dem Titel »American Observer« und einen weiteren mit prorussischen Nachrichten auf Deutsch. »Lahme Ente« heißt dieser und soll etwa 20.000 Follower haben.

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»Meine These ist, dass das Branding des Instituts als israelisch dafür gedacht war, die Aufmerksamkeit auf Israel zu lenken, falls die Operation auffliegen sollte«, kommentierte der amerikanische-israelische Investigativjournalist Eitan Fischberger in einem Post auf X.

Sollte die Enthüllung von unabhängiger Seite bestätigt werden, dürfte unter anderem das deutsche Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« genau darauf hereingefallen sein. »Eine Onlinegruppierung hat offenbar eine KI verwendet, um Putin-freundliche Texte zu verbreiten. Spiegel-Recherchen zeigen, dass dahinter wohl ein israelischer Thinktank steckt«, hieß es am Dienstag auf der Website des Magazin.

Das Hamburger Medium schreibt, dass »zahlreiche Spuren im Netz« darauf hindeuteten, dass hinter dem Burke Institute »eine von Israelis mit russischen und ukrainischen Wurzeln betriebene Organisation« in Haifa stecke. Dann aber handelte es sich höchstens um Israelis, die im Auftrag und gegen Bezahlung Russlands das Werk des Kremls betreiben - und nicht etwa Israel. Das französische »Le Monde« schreibt folgerichtig von einem »echt-falschen israelischen Thinktank« (»vrai-faux think tank israélien«). ja

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