Der Vorfall Mitte August erregte Aufmerksamkeit, nachdem Videoaufnahmen in den sozialen Medien verbreitet wurden: In einem Supermarkt im südfranzösischen Avignon beleidigte ein Ire ein jüdisches Ehepaar aus Australien antisemitisch und drohte den beiden, ihnen eine Kugel in den Kopf zu jagen.
Der Mann, der sich als »Paddy aus Irland« vorstellte, soll zuvor sein Bedauern zum Ausdruck gebracht haben, dass Hitler »die Sache nicht zu Ende gebracht« habe. Die Jüdische Allgemeine berichtete.
»Zu vernichtendes Ungeziefer«
Nun meldet die »Jerusalem Post«, dass der Mann am Mittwoch von der französischen Polizei verhaftet wurde. »Diese kurze Interaktion mit dem Iren, der sich als Paddy vorstellte, war eine so erschreckende und perfekte Reflexion darüber, wie Juden 2026 auf der ganzen Welt behandelt werden, genau wie 1942«, sagte die zusammen mit ihrem Mann bedrohte Frau der »Jerusalem Post«.
Sie ergänzte: »Sobald er merkte, dass wir Juden waren, verwandelte sich seine freundliche Fassade in solch gewalttätigen Hass, so dass wir für ihn keine Englischsprecher mehr waren, mit denen er plaudern wollte, sondern zu vernichtendes Ungeziefer.«
»Die Polizei war unglaublich professionell, und wir danken ihnen für ihr schnelles Handeln.« Die von dem Vorfall betroffene Frau
Dem Bericht zufolge war das Paar nach dem Vorfall zunächst auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. Nachdem sie nach Frankreich zurückgekehrt waren, hätten sie dort jüdische Sicherheitsleute kontaktiert und ein Polizeirevier in Nizza aufgesucht. Dadurch konnte am Mittwoch der mutmaßliche Täter dingfest gemacht werden.
Die Frau ergänzte gegenüber der »Jerusalem Post«, dass der Ausspruch des Mannes, er bedauere, dass »Hitler den Job nicht zu Ende gebracht« habe, für sie keine leeren Worte gewesen seien: »Jedes Mal, wenn ich als Kind meine Mahlzeit nicht beendete, weinte mein Vater und sagte mir, dass er in meinem Alter kein Essen hatte, wie er mit einem Stück Brot überlebte, das teilweise aus Sägemehl gemacht wurde, wie er 38 Kilogramm wog, als er 1946 in Australien ankam.« Sie fügte hinzu: »Der Wunsch nach der Rückkehr Hitlers ist also kein weit entfernter Mythos aus einem Geschichtsbuch; es war das Leben meines Vaters, und sein Vermächtnis beeinflusste mich täglich.«
Die Frau äußerte sich lobend über die französischen Behörden: »Die Polizei war unglaublich professionell, und wir danken ihnen für ihr schnelles Handeln.« Auch der französische Innenminister Laurent Nuñez lobte die Behörden in den sozialen Medien und postete: »Ein Verdächtiger konnte festgenommen werden und wird sich für seine Handlungen verantworten. Antisemitismus muss entschieden und unerbittlich bekämpft werden.« ja