Gedenken

»Wir werden sie niemals vergessen«

Dieter Graumann Foto: Christian Rudnik

»Wir gedenken heute aller Frauen und Männer, aller Mütter und Väter und aller Kinder, die in der Schoa umgebracht wurden. Wir verneigen uns in Trauer und Respekt vor ihnen. Und wir versprechen, dass wir sie niemals vergessen werden.« Dies sagte Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zum heutigen Holocaust-Gedenktag, Jom Haschoa.

Die Zahl der sechs Millionen Opfer der Schoa sei niemals eine abstrakte Größe und werde es niemals sein, betonte Graumann. »Vielmehr denken wir an unsere Großmütter und Großväter, die wir zu oft niemals hatten, an so viele Verwandte, an Freunde unserer Großeltern – von denen es vielleicht noch ein Foto gibt, von denen wir zuweilen nur noch eine Geschichte kennen. Doch kennenlernen konnten wir sie nie. Ihr Leben wurde in der Schoa ausgelöscht. An sie denken wir an diesem Tag, sogar an jedem Tag.«

Und auch jene, die in der Schoa unsagbar gelitten haben und dem Tod oft nur knapp entronnen sind, würden nicht vergessen, so Graumann weiter. »Es ist uns gleichermaßen Herzenswunsch und Pflicht, diesen geplagten und traumatisierten Menschen einen würdigen Lebensabend zu bereiten. Wir wollen ihnen zuhören, damit wir in Zukunft ihre Stimme sein und ihre Geschichten und Gefühle weitergeben können. Nie wieder sollen sie sich verlassen fühlen.« ja

Porträt der Woche

Flucht und Ankunft

Manfred Eisner erzählt vom Exil und seinem neuen Leben in einem kleinen Dorf

von Heike Linde-Lembke  24.05.2026

Ausstellung

Dynamik des Schreckens

Die Jewish Claims Conference und die Französische Botschaft in Berlin zeigen bislang verschollene Aufnahmen vom Beginn der Schoa im Vichy-Regime

von Alicia Rust  24.05.2026

München

Intensiver Austausch

Zum zweiten Mal fand in der Israelitischen Kultusgemeinde die Zusammenkunft der Europäischen Rebbetzinnen-Konferenz statt

von Vivian Rosen  24.05.2026

Erinnerung

Ein verlorener Ort der Geborgenheit

Yael Neeman sprach im Jüdischen Gemeindezentrum über das Leben im Kibbuz

von Nora Niemann  24.05.2026

Berlin

Mahnmal für zerstörte Synagoge beschmiert

Die Sachbeschädigung des Mahnmals am Lindenufer sei am Mittwochmorgen über die Internetwache der Polizei Berlin angezeigt worden

 21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Schawuot

Alles Käse

Ob Oreo-Cheesecake, israelischer Käsekuchen oder Napoleon-Torte: Familien verraten ihre Lieblingsrezepte und erzählen, warum milchige Desserts zum Fest unverzichtbar sind

von Christine Schmitt  21.05.2026