Hilfe

Wärme schenken

Auch ein Wärmebus fährt durch die Straßen der Stadt, um direkte Hilfe vor Ort zu leisten. Foto: Mitzwe Makers e.V.

Ganz im Sinne von Tikkun Olam trafen sich im Jüdischen Gemeindezentrum zahlreiche Freiwillige, um bei der diesjährigen »Warmnachten«-Aktion tatkräftig mitzuhelfen: Für obdachlose Menschen packten sie sogenannte Wärmerucksäcke mit allem, was in den Wintermonaten dringend benötigt wird, insbesondere wärmende Kleidung und Schutzutensilien für kalte Tage.

Zu den Helfern gesellten sich auch prominente Unterstützer aus der Münchner Stadtpolitik, darunter Oberbürgermeisterkandidat Clemens Baumgärtner (CSU) sowie die Stadträte Michael Dzeba (CSU) und Mona Fuchs (Grüne).

Die »Warmnachten«-Aktion wurde von den »Mitzwe Makers« ins Leben gerufen, einem Münchner Verein, der sich seit fast elf Jahren ehrenamtlich im jüdischen wie auch im nichtjüdischen Umfeld engagiert, beispielsweise mit Besuchen bei Holocaust-Überlebenden, in der Hilfe für Flüchtlinge, der Pflege des Andenkens an Verstorbene oder eben mit der Unterstützung von Obdachlosen im Winter. Spenden sind deshalb jederzeit willkommen, so Steven Guttmann, Geschäftsführer der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Vorstandsmitglied der Mitzwe Makers. Seit drei Jahren unterstützt auch die Loge B’nai B’rith Hebraica-Menorah mit ihrem Präsidenten Daniel Gitbud das Projekt.

Neben Beratung gehören Streetwork sowie ein Wärmebus in den Wintermonaten zum Angebot

Wie alle Aktionen der Mitzwe Makers wird auch »Warmnachten« vollständig aus Spenden finanziert – unter anderem über eine Spendenkampagne auf »betterplace«. Jeder Rucksack kostet rund 35 Euro und enthält ein Thermoshirt, eine Thermohose, Thermosocken, Schal und Mütze sowie eine Rettungsdecke.

Anfangs habe man die Rucksäcke direkt im Stadtgebiet verteilt, berichtete Steven Guttmann zu Beginn der Aktion. Inzwischen arbeite man aber mit den beiden Hilfsorganisationen »Schiller25« und »Möwe Jonathan« zusammen, um die Menschen noch gezielter erreichen zu können.

Schiller25 ist eine zentrale Anlaufstelle der Diakonie für obdachlose EU-Bürgerinnen und -Bürger und bietet bis zu 700 Menschen einen Schlafplatz. Neben Beratung gehören Streetwork sowie ein Wärmebus in den Wintermonaten zum Angebot. Ergänzt wird diese Arbeit durch den Bus Möwe Jonathan des Vereins »Schwestern und Brüder vom heiligen Benedikt Labre«, der seit 40 Jahren täglich durch München fährt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verteilen dort neben warmen Getränken und Essen auch Kleidung, Decken und Schlafsäcke an Menschen auf der Straße.

Mit der »Warmnachten«-Aktion möchten die Initiatoren nicht nur direkte Hilfe leisten, sondern auch auf die unverzichtbare Arbeit dieser Einrichtungen aufmerksam machen – und gemeinsam mit ihnen den Winter für Wohnungslose ein wenig erträglicher gestalten. em

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