Berlin

Vorzeigeprojekt »Kanaan« meldet Insolvenz an

Oz Ben David (l.) und Jalil Dabit (r.) betreiben zusammen das »Kanaan« Foto: Elissavet Patrikiou/Südwest Verlag

Das israelisch-palästinensische Restaurant »Kanaan« im Berliner Prenzlauer Berg stellt seinen täglichen Restaurantbetrieb ein. Die Betreiber Oz Ben David und Jalil Dabit haben ein Insolvenzverfahren eingeleitet, wie sie über Instagram mitteilten. Auch die »Morgenpost« und der »Tagesspiegel« berichteten.

Als Gründe nannten die Gründer hohe finanzielle Belastungen, steigenden Personalbedarf, anhaltende Unsicherheit sowie stark schwankende Gästezahlen. »Die Verpflichtungen haben ein Ausmaß erreicht, das für uns nicht mehr tragbar ist«, erklärten Ben David und Dabit. Das Insolvenzverfahren solle helfen, bestehenden Verbindlichkeiten »auf geordnete und verantwortungsvolle Weise« nachzukommen, zitieren beide Zeitungen aus der Stellungnahme.

Der Name »Kanaan« soll jedoch erhalten bleiben. Wie die »Morgenpost« berichtet, planen die Betreiber neue Formate jenseits des klassischen Restaurantbetriebs. Vorgesehen seien unter anderem Catering, Pop-up-Konzepte, Bildungsprojekte, Publikationen und Kooperationen. Diese Ansätze ermöglichten es, weiterhin zu kochen und Veranstaltungen auszurichten, jedoch ohne »den unhaltbaren Druck eines permanenten Restaurantbetriebs«.

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Bis zur endgültigen Schließung bleibt das Lokal zunächst geöffnet, ein konkreter Termin wurde nicht genannt. Die Entscheidung ordnen die Betreiber bewusst ein: »Dies ist kein Scheitern. Es ist eine ehrliche Grenze«, heißt es in dem Instagram-Beitrag, über den der »Tagesspiegel« berichtet. Zugleich luden sie Gäste ein, in den kommenden Tagen noch einmal vorbeizukommen.

Das »Kanaan« galt über Jahre hinweg als Symbol für ein friedliches Miteinander von Israelis und Palästinensern in Berlin und war über die Stadt hinaus bekannt, insbesondere für seine Küche. Gleichzeitig war das Restaurant wiederholt Anfeindungen ausgesetzt. Im Juli 2024 kam es zu einem schweren Vandalismusangriff. Zudem gingen nach dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 die Besucherzahlen und Umsätze deutlich zurück.

Politische und gesellschaftliche Anerkennung hatte das Projekt dennoch erfahren. Nach einem Einbruch besuchte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Restaurant persönlich. Für ihr Engagement wurden Ben David und Dabit zudem mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. im

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