Düsseldorf

Treffen in der Kurve

Gäste aus Frankreich: Sacha und Camille studieren Wirtschaftswissenschaft. Foto: Alexander Stein

Das Düsseldorfer Nobelviertel Pempelfort ist bekannt für seine vielen Bars und Cafés. In einer Seitenstraße befindet sich das Restaurant »Die Kurve« – mit seinen koscheren Spezialitäten ein Treffpunkt jüdischer wie nichtjüdischer Gourmets. Heute steht das Essen allerdings nicht so im Vordergrund: Das Eventteam der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs hat zu einer Cocktailparty eingeladen. Bereits von Weitem dringt israelische Popmusik auf die Straße. 60 Gäste folgten dem im Internet verbreiteten Aufruf.

Kontakte Ulrich, 21-jähriger Düsseldorfer, wollte die Chance nutzen und alte Kontakte wiederaufleben lassen. Spontan kam auch sein Freund Alex mit. Alex hat gerade in Israel sein Abitur gemacht und muss dort bald seinen Armeedienst ableisten. Ulrich und er kennen sich bereits seit ihrer Barmizwa.

Camille und Sacha sind zwei junge Studenten aus Paris. Die 22-jährige Camille interessiert sich für die jüdische Nachkriegsgeschichte in Deutschland. »Ich möchte verstehen, warum die Leute hier geblieben sind oder zurückkamen«, sagt sie. In Frankreich lernt sie Deutsch und möchte ihren kurzen Aufenthalt in Düsseldorf dazu nutzen, auch gleich die Sprache zu üben. Eine bessere Gelegenheit dafür und um mit anderen jüdischen Jugendlichen in Kontakt zu treten, gibt es wohl kaum.

Camille und Sacha studieren Wirtschaftswissenschaften. Sacha freut sich vor allem, die »Kurve« entdeckt zu haben. »Wir sind ziemlich traditionell, essen koscher und halten Schabbat«, erklärt der Student. Er findet es schön, dass sich alle in der kleinen jüdischen Community kennen. »In Frankreich ist die Anonymität viel größer«, hat er festgestellt.

Den Abend lassen die Jugendlichen bei intensiven Diskussionen ausklingen. Auf der einen Seite werden Geschichten auf Russisch und Deutsch, auf der anderen auf Französisch erzählt. Auch Juval Gefter, Besitzer des Restaurants, zeigt sich zufrieden. »Der Name ›Die Kurve‹ bedeutet Nähe oder zusammenfinden«, erklärt er. Nomen est omen.

München

Religiöse Heimat

Die Stadtteilsynagoge Sha’arei Zion in der Georgenstraße ist seit Jahrzehnten ein Zentrum jüdischen Lebens im Schwabing

von Esther Martel  22.02.2026

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Jewrovision

Unterwegs zum Wettbewerb

Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

von Christine Schmitt  19.02.2026

Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

von Anja Bochtler  19.02.2026

Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

 18.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026