Weimar

Trauer um Raymond Renaud

Raymond Renaud (1923 - 2026) Foto: picture alliance/dpa

Raymond Renaud ist tot. Der französische Überlebende des NS-Konzentrationslagers Buchenwald und Ehrenbürger der Stadt Weimar starb am 14. Januar im Alter von 102 Jahren, wie die Stadt unter Berufung auf das Internationale Komitee Buchenwald-Dora in Paris mitteilte.

Renaud war einer jener Überlebenden, die trotz ihres hohen Alters bis zuletzt regelmäßig nach Weimar reisten, um zu erinnern, zu mahnen und mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. In den vergangenen 20 Jahren arbeitete er den Angaben nach regelmäßig in Schulen mit Jugendlichen und legte Zeugnis von seinem Leben ab.

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»Sein Tod reißt eine große Lücke«, sagte Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos). Die Stadt verneige sich in Dankbarkeit und Trauer vor Renaud. Er habe gezeigt, dass Erinnerung warm, menschlich und zugewandt sein könne. Trotz all dessen, was ihm in Buchenwald angetan wurde, sei er ein lebensfroher, humorvoller und gütiger Mensch geblieben, der anderen Mut gemacht habe. »Sein Leben und sein Zeugnis bleiben Teil des moralischen Gedächtnisses dieser Stadt.«

Renaud wurde am 13. Juli 1923 in Palinges (Saône-et-Loire) geboren. Im September 1943 wurde er nach Buchenwald deportiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 21.448. Nach der Befreiung kehrte er im Mai 1945 in seine Heimatstadt zurück. Er war Ritter der Französischen Ehrenlegion und seit 2022 Ehrenbürger von Weimar. Bis kurz vor seinem Tod lebte er in seinem Haus in Palinges. dpa

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