Festival

Thüringen eröffnet die 26. Jüdisch-Israelischen Kulturtage

Achava-Festspiele in Thüringen Foto: imago

Festival

Thüringen eröffnet die 26. Jüdisch-Israelischen Kulturtage

Im Mittelpunkt stehen der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels und die Erinnerung an die Novemberpogrome

 04.11.2018 14:11 Uhr

In der Synagoge von Berkach sind am Sonntag die 26. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur eröffnet worden. Im Mittelpunkt des Programms bis 8. November stehen der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel und das Gedenken an die Opfer der NS-Novemberpogrome vor 80 Jahren.

Das Festival lädt zu Lesungen, Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen in 20 Thüringer Orten ein. Fast die Hälfte der Veranstaltungen liegt nach Angaben des Vorsitzenden des Fördervereins der Kulturtage, Ricklef Münnich, in der Verantwortung lokaler Partner.

Begegnungen Die etwa 100 Veranstaltungen des Festivals seien für ihn »Orte der Vielfalt«, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) als Schirmherr bei der Eröffnung. Orte, an denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Mentalität, Kultur und Weltanschauung begegneten und die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen und Überzeugungen förderten.

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, betonte, gemeinsam mit den anderen beiden jüdischen Festivals in Thüringen, dem Yiddish Summer in Weimar und den Achava-Festspielen, könnte das weite Spektrum der Angebote dazu beitragen, breite Teile der Gesellschaft gegen den wieder aufkommenden Antisemitismus zu immunisieren.

Das Programm der Kulturtage sei so vielfältig wie die jüdische Kultur selbst, sagte Ramelow. Dabei ginge es nicht nur darum, das Gedenken an die toten Juden zu thematisieren, sondern auch die Kultur der lebenden Juden in den Vordergrund zu rücken. Zwar könne Kultur nicht die Versäumnisse und Schwächen der Gesellschaft reparieren, »aber sie kann Augen und Herzen öffnen«, fügte der Ministerpräsident hinzu. Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage leisteten einen wichtigen Beitrag dazu.

literatur Der neue Festivalchef Michael Dissmeier nannte als besondere Höhepunkte der Kulturtage die szenischen Lesungen aus dem Roman eines Schicksallosen von Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész (1929–2016). Das Werk des Auschwitz- und Buchenwald-Überlebenden gilt als eines der bedeutendsten literarischen Zeugnisse über die Erfahrung mit totalitären Systemen im vorigen Jahrhundert.

Kertész erzählt darin die Leidensgeschichte eines 14-jährigen Budapester Juden, der nach Deutschland verschleppt wird und der Hölle der Lager nur mit knapper Not entrinnt. Das Buch wird unter anderem in dem Erfurter Erinnerungsort »Topf & Söhne. Die Ofenbauer von Auschwitz« und im Dokumentationszentrum Jonastal in Arnstadt aufgeführt. Beides seien Orte, die in enger Verbindung mit dem Holocaust und dem Schrecken der NS-Zeit stehen, sagte Dissmeier. epd/ja

München

Von Deutschland in die Welt

Eine Ausstellung widmet sich dem Wirken jüdischer Architekten, deren Karrieren von Verfolgung und Exil bestimmt waren. Ihre Bauten beeinflussten die Moderne maßgeblich

von Ellen Presser  25.08.2026

Dresden

Ausstellung würdigt jüdische Sportlerinnen und Sportlern

Deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten stehen im Mittelpunkt einer Präsentation. Anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur wird sie in Dresden gezeigt

 25.08.2026

Dresden

Unbekannter entwendet Kippa

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

 24.08.2026

Meinung

Jüdische Schulen: Orte der Zugehörigkeit

Der Wunsch nach jüdischer Bildung wächst, während die Strukturen zunehmend fragil werden

von Eduard Steinberg  24.08.2026

Ferien

Unsere kleine Stadt

Mehrere Wochen trafen sich deutsche, ukrainische und israelische Jugendliche in Brandenburg zu einem Sommercamp der Initiative »J-ArtEck«. Zum Abschluss inszenierten sie eine Oper von Paul Hindemith

von Leon Stork  23.08.2026

Plädoyer

Stark und selbstbewusst

Die Zeiten des Ghettos und Sich-Wegduckens gehören zum Glück der Vergangenheit an. Umso mehr sollten Juden hierzulande entschiedener für ihre Interessen eintreten

von Sacha Stawski  23.08.2026

Porträt der Woche

Mein Traum von Frieden

Yuval Halpern ist Sänger der iranisch-israelischen Band Sistanagila

von Alicia Rust  23.08.2026

Jüdisches Erbe

Leipziger Stadtrundgang zu jüdischer Musik

Mit dem »Notenbogen« erhält Leipzig einen weiteren musikhistorischen Stadtrundgang. Der Fokus soll dabei auf den Spuren »jüdischer Musik« liegen

von Joris Ufer  23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026